| Wahrer
Reisebericht Von Jugoslawien über Italien und
Griechenland in die Türkei!
Am
17.3.1993 fuhren wir um 11 h Vormittag von Rovinj los.
Permit hatten wir keines, zahlen doch keine S 2.000,- für
kurz wegfahren. Da war uns der Nebel sehr willkommen.
Aber Dank dem GPS und dem Radar, wußten wir immer wo
wir waren und sahen durch den Nebel durch. So waren wir
am frühen Morgen vom Donnerstag auf der Höhe von
Ancona in Italien. Wir dachten uns, so ein großer Hafen
- viel Lärm, kleiner Hafen - Ruhe! So fuhren wir weiter
und liefen um 11 h 30 in Civitanova Marche in den Hafen
ein.La bella - Italia empfing uns! Das Wasser war ölig,
die Marina baufällig. Der Hafen- kapitän hatte keine
Formulare zum Einklarieren. Das war unser Glück, denn
er verlangte auch nichts und schrieb uns einen Zettel
als Ersatz. Um 18 Uhr spielten die Kirchenglocken eine
herrliche Melodie. Leider haben wir es nicht
aufgenommen. Gu sagte dann, das wirst du noch öfters hören.
Doch es war einmalig und nirgendwo wieder zu hören.
Schade! Am nächsten Tag, Freitag 19.3. fuhren wir
weiter. Und da begann's! Wir schalteten um auf den
vorderen Tank. Der Motor lief noch zwei Stunden, dann
starb er ab. Nach umschalten auf den hinteren Tank und
entlüften, lief der Motor wieder. Wir kamen um 17 h 30
in St. Benedetto del Tronto an. Wir gingen in die Stadt
einkaufen. Beim Bäcker eine Pizza, welche wir uns am
Boot im Microwellenherd auf- wärmten. Am Rückweg haben
wir uns verlaufen und muáten einen langen Wegzurückgehen.
Samstag fuhren wir um 6 h 30 los. Um ca. 13 h fiel
starker Nebel ein. Knapp vor Ortona stirbt der Motor ab.
Wir ankerten und entlüfteten. Der Motor läuft wieder.
Wir fuhren bei dichtem Nebel in den Hafen ein, den wir
nicht sahen. Nur durch's Radar wußten wir, daß wir
drinnen waren. Mit stotterndem Motor hängten wir uns an
eine Boje. Es war 18 h. Später lichtete sich der Nebel
ein wenig und wir sahen wo wir waren und an was wir
vorbeifuhren. Nächsten Tag pumpten wir die Dieseltanks
(je 130 l)aus, filterten den Diesel und füllten ihn
wieder ein. Das war ein Fehler! Denn als wir
weiterfuhren, begann der Motor zu tarockieren und das
bei Wellen und ungünstigen Wind. Bald starb er ab und
wir waren ge- zwungen in die Nacht hineinzusegeln. Um 1
h nachts, ankerten wir dann an einer ungünstigen Stelle
und schaukelten bis zum frühen Morgen. Dann fuhren wir
mit geringem Gas, denn da lief der Motor noch. Vor
Termoli gab er endgültig den Geist auf. Wir schleppten
die Moby Dick mit dem Beiboot und dem 3 PS Motor, zum Glück
bei ruhiger See, 2 1/2 Stunden lang, in den Hafen von
Termoli. Da dachten wir schon an eine neue
Einspritzpumpe. Doch nach gründ- licher Filterreinigung
lief der Motor wieder. Wir füllten den vorderen Tank
mit Diesel voll, den Gu am Fahrrad mit vier Kani- stern
zu 12 l, von der 2 km entfernten Tankstelle holte. Dann
mußten wir ein Sturmtief hier abwettern. Die "
Marina " nahm uns für fünf Nächte fast ö.S.
1.000,- ab. Wir fuhren am Montag, den 29.3. weiter. Doch
der Motor streikte wieder. Wir segelten dann. Und mit
viel beten, kamen wir dann doch mit Motor in den Hafen
von Peschici. Eine sehr enge Einfahrt, aber ein lieber
kleiner Hafen. Wir suchten schon die nächste
Volvo-Vertretung. Dann kamen wir doch auf die Idee, den
großen Dieselfilter zu zerlegen und zu reinigen ( war
sehr schmutzig ). Reinigten auch den kleinen Filter und
alle Leitungen und das war's. Den alten, schmutzigen
Diesel pumpten wir raus in die Altölbe- hälter am
Hafen. Seither haben wir keine Probleme mit dem Motor.
Du wirst denken, für was brauchen sie denn den Motor,
ist ja ein Segelboot? Antwort: Es war kein Wind oder er
blies uns ins Gesicht. Am Palmsonntag waren wir in
Molfetta. Ich ging allein in die Kirche. Da wurde ohne
Orgelspiel gesungen. So etwas schönes und melodisches
habe ich noch nirgends gehört. Die Italiener können
doch gut singen! Ich bekam vor der Kirche Ölzweige, mit
denen ich dann im Boot einen Osterbaum machte. Am Mi.
den 7.4. waren wir in Monopoli. Am Do. den 8.4. kamen
wir nach Brindisi. Es gab endlich warme Dusche! Am
Freitag wusch ich die gesamte Wäsche. Beim Spaziergang
fanden wir einen Palmzweig. Welcher jetzt unseren Saloon
schmückt. Samstag fuhren wir weiter nach Otranto.
Vorgesehen ist am Mittwoch zeitig in der Früh nach
Korfu zu übersetzen. Zusammenfassung: Italien ist
nichts für Segler. Die Häfen sind schmutzig und laut.
Man muß aber hinein, denn es gibt keine Buchten und
drauáen kann man nicht ankern. Die angeblichen Marinas
sind schlechter als in Jugoslawien. Landschaftlich ist
es ab dem Sporn bis zur Ferse schön. Nachdem wir keine
Motorprobleme haben, geht es uns jetzt gut. Die Sonne
scheint auch schon öfters, es wird wärmer. Wir
brauchen keine Heizung mehr in der Nacht. Leider wurde
es nichts mit der Abfahrt am Mittwoch (14.4.93). Gu
hatte Fieber und fühlte sich miserabel. Ich nützte das
aus und ging alleine einkaufen. Ich entdeckte
Marktstandln und erfuhr, daß man Fenchel auch roh als
Salat essen kann. Wieder was gelernt auf "die alten
Tage"! Wir fuhren dann am Freitag um 5h15 los. Es
war bewölkt und teil- weise kam die Sonne durch. Es
blies NW-Wind, Stärke 3-4 und die Wellen kamen von
Backbord und wurden immer höher. Gu entdeckte zwei
Blauhaie, ca. 3 m lang. Um 15h45 waren wir in der Bucht
Ammos auf der Insel Othonoi in Griechenland! Eine
kleinere Insel vor Korfu. Um 17h war auf der Insel eine
Karfreitagsfeier mit Prozession wie ein Begräbnis, wo
ein Sarg zu einem Haus, Werk, Friedhof und wieder in die
Kirche getragen wird. In Griechenland wird Ostern eine
Woche nach unseren Ostern gefeiert. Wir fuhren am
Samstag (17.4.) um 5h30 weg nach Korfu. In der
Meeresenge zwischen Albanien und Korfu durchfuhren wir
ein Groß- schmutzfeld. Ich nehme das Gas zurück und
der Motor stirbt ab. Zusätzlich hängt ein altes
Fischernetz am Steuer, welches uns hßlt und wir nicht
wegtreiben. Unser Motor bekommt zu wenig Diesel. Denn
der Diesel im großen Filter ist sehr verschmutzt. Wir
nehmen unseren letzten Filtereinsatz und entlüften die
Dieselleitung. Durch das lange Starten wird unsere
Batterie schon schwach. Doch endlich springt der Motor
wieder an. Gu hat wieder auf Tank 1 geschaltet. Das Netz
ließ sich leicht mit dem Bootshaken entfernen und so
fuhren wir weiter und waren um 14h45 im Hafen von
Kerkyra. Der Hafenkapitän war nicht da, es war ja
Ostern. Wir liegen mit Buganker und Heck an der Mole bei
der Tankstelle, welche auch ge- schlossen hat. Neben uns
liegt ein 20 m Holzboot, ein Schweizer mit Frau, 2 Jahre
unterwegs. Auf der anderen Seite liegen Mili- tärschiffe.
Gu geht Geld wechseln. Ich entdecke einen groáen
Supermarkt und kaufe ein. Beim Zurückkommen wurden wir
auf ein Glas Landwein beim Schweizer eingeladen. Unser
Nachtmahl bestand aus heißen Würsten, ähnlich Krainer
und Schafkäse. Es schmeckte uns vorzüglich. Um
Mitternacht tuteten alle Schiffe und es krachte ein
riesiges Feuerwerk. Es ist Ostern, das größte Fest in
Griechenland. Am Sonntag um 5h früh hörten wir laute
Stimmen und Tritte auf unserem Boot. Es waren Matrosen
vom Militärschiff. Einer von ihnen fiel, nach
durchzechter Nacht beim Nachhausekommen, ins Wasser. Sie
zogen ihn in unser Beiboot und brachten ihn an Land.
Danach erwartete sie ein "Hoher". Ich glaube,
das bedeutete nichts Gutes für alle. Gu bekam vom Zoll
Stempel in unsere Pässe, aber einklarieren erst am
Dienstag. Wir wandern auf die alte Festung und filmten.
Auf der Wiese pflückten wir Wildspargel und hatten dann
gleich am Boot ein Mittagessen (mit Ei). Beim
Heruntergehen kam Papandreou mit Frau (blond und viel jünger
als er). Die Menge ist fast nicht zurück- zuhalten
voller Begeisterung. Bei den Militärschiffen wurden
Schafe gegrillt. Laute Musik spiel- te. Es war den
ganzen Tag ein Fest. Am Abend fuhr ein Militärschiff
weg und riß einem Segler neben uns, die Ankerleine ab.
Er ist ein Steirer und sie aus Velden, welche dort eine
Wasserskischule hat. Wir halfen alle wieder beim
Anlegen. Den Manöverschluck nahmen wir dann alle beim
Schweizer und kamen erst um 23h ins Bett. Gu hält es im
Hafen nicht mehr aus. Der Gestank vom Wasser, rein- ste
Kloake und der Wirbel. So fahren wir am Montag in die
Bucht von Gouvia. Dort ist eine Marina. Doch sehr
griechisch! Kaum ein freier Liegeplatz hat Moorings (am
Grund festgemachte Leinen zum Anhängen). Strom war überhaupt
keiner. Das Wasser ist salzig, über einen Adapter zu
bekommen. Die gesamte Marina (500 Liege- plätze) hatte
pro Geschlecht 2 Duschen und 4 italien. Klosett. Sehr
verschmutzt. Das einzige Plus war das heiße Wasser in
der Dusche. Aber erst seit einer Woche, wie wir
erfuhren. Wir legten längsseits an der Mole an. Es
hatte nur einen Nachteil: Als der Wind wehte, hatten wir
den Sand vom Land am Boot. Dann kam gleich ein
Marketbesitzer mit Kleinbus und warb um Kunden. Ich fuhr
mit ihm ins Dorf und kaufte ein. Nachmittag wuschen wir
die ganze Wäsche, auch 4 Bettüberzüge. Gu half fleißig
mit. Seither geben wir jetzt unsere Bettwäsche immer in
eine Wäscherei. Am Abend gingen wir ins Dorf ins
Restaurant "Marco Polo" essen. Leider gab es
kein Lamm, denn die haben sie alle zu Ostern gegessen.
So aáen wir Stifado und tranken eine Flasche griechi-
schen Rose'Wein mit Mineral dazu. Nach zwei Stunden
hatten wir beide Durchfall. Wahrscheinlich das viele Öl.
Am Dienstag holte Gu frisches Brot für's Frühstück.
Danach fuhr Gu mit dem Fahrrad nach Kerkyra
einklarieren. Es klappte alles. Wir verlegten dann unser
Boot gegenüber in der Bucht nahe zu einer Kapelle. Hier
lagen wir ruhiger, schöner und billiger, überhaupt
keine Gebühr. Wir ruderten mit dem Beiboot an Land und
kauften ein: Frischfleisch, Gemüse, Brot und Orangen.
Zum Nachtmahl gab es Lammschnitzel mit Salat. Gu trank
Retsina und ich einen guten Rose'. Am 22.4.93 borgten
wir uns einen Honda Roller (Moped) aus und fuhren über
Kerkyra nach Achillio, dem Sommerschloß von Kaiserin
"Sissy". Leider konnten wir nicht das gesamte
Schloß besichtigen, da es gerade renoviert wurde. Im
Garten wollte ich die Statue des Achill fotografieren,
doch mein Film war zu Ende. So hatte ich von hier keine
Bilder. Draußen beim Kiosk kaufte ich einen Agfa- Film
um S 50,-. Dann fuhren wir weiter nach Pelekas zum
Aussichts- punkt, wo Kaiser Wilhelm den Sonnenuntergang
betrachtete. Man hatte von hier einen schönen
Rundblick. Die Westküste entlang fuhren wir nach
Ermones, wo Odysseus nach 10 jähriger Irrfahrt angespült
wurde (ins Land der Phäaken). Eine sehr schöne Bucht,
aber nicht zum Ankern. Danach ging es weiter durch die
fruchtbare Ebene nach Paleokastritsa. Mit schönen
Badebuchten, einen Hafen für Boote und oben am Berg ein
schöner Aussichtspunkt und ein Kloster. Wir
besichtigten auch dieses. Dann ging es weiter zum
angeblich schönsten Strand vom Mittelmeer, bei Roda auf
der Nordküste von Korfu. Na ja! Haben schon Schöneres
gesehen. Zurück ging es durch Olivenhaine, viele Kurven
den Berg hinauf und natürlich wieder hinunter. Es wäre
sehr schön gewesen, hätte nicht unser Po schon so sehr
geschmerzt. Dennoch erreichten wir vor La- denschluß
noch Gouvia. Gu fuhr fast 80 hkm in der Ebene. Wir
kauften Fisch und Wein ein und der Abend endete mit
einem guten Mahl. Die nächsten Tage vergingen mit
einkaufen, Außenborder vom Bei- boot reparieren, Deck
waschen und faulenzen. Mit dem Beiboot fuhren wir hinüber
zur Marina und duschten uns. Am Montag den 26.4. wollten
wir wegfahren. Doch die Götter waren dagegen. Gu fuhr
über die Beibootleine und hatte sie in der Schraube.
Auch ladete die Lichtmaschine auf einmal nicht mehr.Es
war zum Glück nur der Keilriemen locker. Gu ging das
erste Mal baden und schnitt die Leine von der Schraube.
So blieben wir diesen Tag noch hier und fuhren erst am nächsten
Tag, mit Genehmigung der Götter und unseren
Klapautermann, weiter zur Insel Paxi. Im Hafen Lakka
kamen wir um 16h15 an und ankerten nahe der Pier vor
Bug-und Heckanker. Der Hafen ist sehr geschützt. Die
Versorgungsmöglichkeiten sind sehr gut. Wir bekamen
hier den ersten Krasi = offener Landwein, zu kaufen. Am
nächsten Tag wanderten wir zum Leuchtturm hinauf und
filmten. Der Hafen hat viele Katzen, daher keine Gefahr
von Ratten. Im Dorf sahen wir riesige Pelargonien und
Margaritenbäume. Am 29.4. fuhren wir in die südostliegende
Bucht Mongonissi. Das einzige Restaurant war
geschlossen. Doch zwei Pärchen Graugänse mit 7 Jungen
bewohnte den Stand und anschlieáenden Wald. Blumen blühten
und es war eine schöne und noch einsame Ankerbucht. Nur
eine nahe Schwefelquelle verbreitete ab und zu, einen
"badischen" Duft. Wir blieben fünf Tage.
Wanderten in den Hauptort Paxi. Wo man in der Bank
Kettensägen, Motorsensen und auch Gewehre und Pistolen
mit Munition kaufen konnte. Die Griechen jagten damals
irgendwelche Tiere, denn es krachte rundherum. Am
Dienstag den 4.5. war schon um 3h45 Abfahrt. Wir konnten
teilweise das Fock dazunehmen. Eine 1/4 Stunde lang
hatten wir einen blinden Passagier an Bord. Ein
Mittelmeersteinschmätzer setzte sich auf unsere
Instrumente und fuhr mit. Dann schwammen ein Schwarm
Makrelen, ca. 60 cm lang, mit uns um die Wette. Wir
waren um 12h30 bei der Brücke in Lefkas. Sie öffnete
um 13 Uhr und wir konnten durchfahren. Durch die Lagune
ging es weiter dann bis Nidri. Wir ankerten um 15h15 in
der Bucht gegenüber der Stadt. Es ist eine sehr geschützte
Bucht, aber voll mit Booten. Was tut sich dann erst in
der Hauptreisezeit? Wir fuhren mit dem Beiboot in den
Ort Nidri einkaufen. Sehr gute Möglichkeiten. Ist ja
ein Touristenort mit vielen Hotels. Wir borgten uns
wieder ein Moped aus und fuhren in den Hauptort Lefkas,
den wir vom Wasser aus schon gesehen hatten. Kauften
dort zwei Separfilter Original Volvo um S 760,- für
unseren großen Dieselfilter. Haben dann die Insel über
die Westküste umrundet. Im Landesinneren eine
fruchtbare Ebene mit Wein-und Feldbau. Die Frauen tragen
noch die schwarze oder braune Tracht. Wir sahen
Ziegen-und Schafherden und Eseln für Transporte. Beim
nahegelegenen Kirchlein war eine Wasserleitung, wo ich
die Wäsche schwemmen konnte. Als wir die Bucht
verlassen wollten, funktionierte die Motorkühlung nicht
und wir ankerten wieder. Der Bolzen vom Ölkühler war
abgerissen. Es war Samstag vor Mittag. Trotzdem bekam Gu
in Nidri eine Niro Gewindestange und selbsthemmende
Muttern M 8. So konnte er die benötigte Länge der
Gewindestange abschneiden und baute alles wieder ein. Es
funktionierte tadellos. Der nächste Tag war Muttertag.
Es gab gutes Frühstück und ich bekam von Gu ein
interessantes Buch. Dann lichteten wir um 9h den Anker
und fuhren zur Insel Ithaka. Der Wind wurde ein bißchen
stärker, sodaß wir die Fock refften. Wir waren um
13h15 in der Bucht Kioni. Um 14h30 aßen wir dann
Schnitzel und tranken eine Flasche Sekt. Dann schliefen
wir bis 17h. Danach fuhren wir mit dem Beiboot an Land.
Ein sehr nettes Fischerdorf, noch sehr ruhig hier. Am nächsten
Tag ging es weiter in den Hauptort Vathy. Wir ankerten
zwischen einem kleinen Inserl und dem Festland. Nächsten
Tag ruderten wir an Land und borgten uns ein Moped aus.
Es war sehr stark, denn wir fuhren gut bergauf und
bergab damit. Vom Glockenturm des Katharon Klosters
hatten wir einen herrlichen Ausblick zu den anderen
Inseln und bis zum Golf von Korinth. Weiter ging es nach
Stavros, wo Polis-Hafen-Flotte gegen Troja in See
gestochen ist. Dann ging es über Levkie und Agios
Ioanis zurück. Dann fuhren wir eine Stichstraße zum
Hafen Pisso Aetos. Wir dachten, laut Karte, daá wir
weiterfahren könnten, doch wir mußten wieder umkehren.
Wir fuhren dann einen steilen, steinigen Feldweg hinauf
zur Nymphengrotte. Leider war sie nicht beleuchtet und
wir hatten keine Taschenlampe mit. Gu filmte trotzdem
ein bißchen. Dann fuhren wir noch in den Weinort
Perahori und kosteten in einem Keller den Wein. Wir
waren müde und durstig, und bezahlten für 2 Liter S
87,-. Am Boot bemwerkten wir erst, daß der Wein nicht
zu trinken war. Wieder einmal eingefahren! Dafür
schmeckten uns die gebratenen Lammschnitzel recht gut.
Hier gibt es auch einen Ena-Markt, wie in Gouvia-Dorf
auf Korfu. Wir verbrachten einige Tage mit bißchen
Regen und kleinen Arbeiten. Wie in Klo und Bad noch
Teppichreste und Doppelklebeband entfernen. Standgas
einstellen. Einkaufen gehen und gut Essen und Trinken.
Am 15.5. ging es um 6h40 wieder los. Konnten 3 Stunden
nur segeln ohne Motor. Doch mußten wir dann die letzten
3 Stunden gegen den Wind zur Insel Zakynthos, ankämpfen.
Wir waren um 16h50 in der Bucht Agios Nikolaos. Wir
lagen gut, nur bietet sie bei Ostwind keinen guten
Schutz. Fuhren nächsten Tag nordwärts und sahen uns
die Grotten an. Gu fuhr mit dem Beiboot durch die Grotte
und filmte. Ich segelte mit Fock wieder südwärts. Er
hatte dann Mühe, mir nachzukommen. Wir machten dann in
der Bucht Katastani Mittagsrast und waren um 16h40 im
Hafen von Zakynthos-Stadt. Dies ist ein groáer
Stadthafen, doch der Platz für die Jachten liegt in
einem ruhigeren Eck. Wir mußten in der Nacht alles
geschlossen haben, denn es gab Ratten. Sie kamen auf's
Boot, machten eine Runde, schauten ob es was Freßbares
gab und liefen wieder von Bord. Unsere Plane hatten wir
ganz geschlossen und so liefen sie nur außen vorbei.
Zum Glück hörten wir auf dem Antirutschbelag ihr
Trippeln nicht. Mit geborgtem Moped holte Gu Diesel von
der Stadttankstelle, denn hier an der Mole war der
Diesel teurer. Um den Preisunterschied konnten wir das
Moped zwei Tage lang ausborgen. Wir fuhren zum
Kalamaki-Sandstrand wo die Wasserschildkröten ihre Eier
in den Sand zum Brüten legen. Es ist natürlich eine
Touristenattraktion und Green-Peace ist dagegen. Wir
machten eine Inselrundfahrt. Im Inneren sahen wir viel
blühende Macchia, Olivenbäume, Weinbau und
Getreideanbau. Im Norden wurden Teppiche, Deckerln,
Honig und Holzkram verkauft. Bei Fahrt über einen
Feldweg, kam Gu zu Nahe an einen kleinen Strauch, wo
aber ein Stein darunter war und ich mit dem Fuß hängen
blieb und mir mein linkes Knie ausdrehte und
verstauchte. Gegen Abend schmerzte es sehr und wir
machten einen Umschlag und Ruhestellung. Gu hatte gegen
früh starke Zahnschmerzen, wahrscheinlich hatte er beim
Fahren den Mund zu weit offen. Hi!Hi! Er schluckte
Penicillin und schmerzstillende Tabletten. Wir lernten
Job, einen Holländer kennen. 70 jährig segelt er
allein mit einem 6 m Boot. Seine Frau kam dann auf einen
Monat auf Urlaub nach. Wir verlassen am 20.5.93 um 8h45
Zakynthos und segeln großteils Richtung Peloponnes. Um
15h40 legen wir an der Mole des Hafens von Katakolon an.
Ein Hafenpolizist war gleich da und verlangte das
Transitlog. Wir wollten uns ein Moped borgen, doch wir
bekamen kein Ordentliches. Die Bremsen und das
Fahrgestell waren nicht in Ordnung und der Rückspiegel
war kaputt. Daher fuhr Gu mit dem Bus nach Pirgos und
erführt die Abfahrtszeiten der Busse nach Olympia. Ich
habe einstweilen die Wäsche gewaschen. Wasser hatte ich
an der Mole. Nachmittag legt neben uns ein französischer
Segler an. Der Mitsegler springt an Land und stürzt
nach vorne und reißt sich die Achillessehne ab. Gleich
war ein Wagen ins Spitel da und er wurde notdürftig
verbandagiert und mußte danach nach Hause fliegen. Wir
sind nächsten Tag zeitig aufgestanden zum Bus. Doch die
Taxler wollten unbedingt ein Geschäft machen. So
verhandelten wir und drückten auf den Preis, den wir am
Vortag erfahren hatten. Wir einigten uns auf 8 000,-
Drachmen, mit zwei Stunden Wartezeit bei Olympia. Der
Franzose fuhr mit uns und so drittelten wir den Preis.
Wir waren schon zeitig dort, vor den Ausflugsbussen und
konnten in Ruhe ohne Touristen alles filmen und
fotografieren. Im Museum hätte Gu für's Filmen extra
bezahlen müssen. So filmte er kurz einen Aufseher und
ließ ihn in die Kamera schauen. Das erfreute ihn und so
konnte Gu doch ein bißchen filmen. Um 10 Uhr waren wir
wieder zurück und kauften beim Fleischhauer frische
Bratwürste für's Mittagessen. Nachmittag spazierten
wir den Berg hinauf zum Leuchtturm. Den Abend haben wir
mit zwei ge- bratenen Schopfbratenschnitzerl mit
Semmelknödel und Salat beendet. Am Sonntag den 23.5.
zogen wir den Anker hoch, doch er war unten verhängt.
Mit Boot drehen und immer anziehen bekamen wir ihn dann
frei. Teils segelten wir bei Windstärke 3, dann bei
Flaute motorten wir und ankerten um 16h30 im Hafen von
Kyparissia. Den Heckanker brachten wir auch aus, denn
der hielt uns gegen die Wel- len, damit wir nicht
schaukelten. Am nächsten Tag gingen wir in die Stadt
hinauf, wechselten Geld, sogar ohne Provision. Kauften
ein: Eine Scheibe Thunfisch (60 dag), Orangen, Paradeis,
Brot... und 5 l Grassi. Um 11h05 verließen wir den
Hafen. Auf der Fahrt habe ich den Thunfisch gebraten.
Schmeckte uns sehr gut! Teilweise segelten wir. Die
Insel Proti war nichts zum Ankern. In der Bucht zu tief
und sonst Wellen. Wir fuhren in den Hafen von
Marathopolis. Eine sehr enge Einfahrt mit Untiefen,
welcher uns ein Fischer deutete. Drinnen nur 2 m
Ankertiefe mit Ketten, Ankern und Steine am Grund. Nur für
kleinere Boote. Gu fuhr mit Vollgas gegen die Strömung
wieder hinaus. So fuhren wir weiter und waren um 18h40
im Hafen von Pylos. Da ankerten wir gleich vor dem
Badestrand, wurden aber weggewiesen. So legten wir uns
hinter die Mole in die Mitte der Einfahrt des
Fischerhafens auf 3-4 m Ankertiefe. Wettermäßig war es
eine ruhige Nacht, nur Touristenort mit Lärm und
Betrieb. Am Dienstag lichteten wir um 7h45 den Anker und
fuhren zum kleinen Inserl Cheloniki hinüber. Hier zu
tief zum Ankern, 13 m, 30 m vom Ufer entfernt,
vielleicht mit Heckleine ans Ufer. Die Hälfte der
Strecke nach Methoni segeln wir und sind um 11h25 in der
Bucht und ankern auf 3 m. Sandstrand! Klares Wasser! Der
Ort viele kleine Hotels. Gute Einkaufsmöglichkeiten.
Haben offenen Krassi weiß und rosä entdeckt. Die
Festung besichtigen und filmen und fotografieren war
Ehrensache. Habe frische Fisolen bekommen und zu
Lammfleisch gekocht. Am Freitag den 28.5. lichteten wir
um 6 h den Anker und segelten großteils mit Fock zum
zweiten Finger des Peloponnes. Wir ankerten um 13h45 mit
Bug- und Heckanker in der Bucht Limeni. Da kein Wind
blies, war es eine ruhige Nacht. Wir fuhren nächsten
Tag um 6h15 in die Bucht von Diros. Fuhren mit dem
Beiboot an Land und besich- tigten die Tropfsteinhöhle.
Mit kleinen Booten wird durchgerudert, eigentlich mehr
gestangelt. Leider Filmverbot. Ich fotografierte fleißig.
Das letzte Stück geht man zu Fuß zum Ausgang, da
konnte Gu dann filmen. Um 9h20 fuhren wir dann weg, die
Halbinsel Mani entlang. Vor dem Kap Tainaron hatten wir
Westwind Stärke 3-4 und höhere Wellen. Wir dachten in
Lee der Insel wird es ruhiger, doch dort war es dann
ganz arg. Böen mit Stärke 7-8 und Gu reffte schnell
das Fock. Ich saß vorne am Steuer und sah durch die Krängung
fast nicht über's Boot. Wir sausten aber rasch mit 7
Knoten dahin. Endlich waren wir um 14h45 in der Bucht
Kagio. Wobei wir die Einfahrt nur schwer ersehen
konnten. Drinnen waren aber Fallbäen, Stärke 3-6, zu
spüren. Der Wind blies die ganze Nacht, nur warf er
keine Wellen auf. In der Früh beruhigte sich der Wind,
blies ab 14h wieder. Am Abend war es dann windstill. Ich
ging das erste Mal ins Meer baden und wusch gleich meine
Haare. Gu hat den Tank 2 angeschaut, der Diesel ist trüb!
Am Montag den 31.5.93 lichteten wir 7h50 den Anker
Richtung Osten zum dritten Finger des Peloponnes.
Mittags sehen wir weit entfernt einen Wal und Gu filmt
ihn. Da Gu nicht näher hinfahren möchte, setzen wir
unseren Kurs fort. Wir ankern um 13h40 in der Sandbucht
Sarakiniko auf der Insel Elafonissi. Im Südteil guter
Ankergrund, nördlich steinig. Herrliche Sanddünen an
Land. Leider rollen Wellen von draußen ums Eck herein.
Die Nächte waren unruhig, durch schaukeln und rollen.
Wir fahren am Montag in den Hauptort Elafonissi
einkaufen. Der Hafen hat schlechten Ankergrund,
Steinplatten mit Vertiefungen. Mittags fängt Westwind
an, Stärke 2-3. Wir fahren weg, dann wieder fast kein
Wind. Am Kap Phrangos fürchterliche Kreuzwellen aus
Westen. Doch die kurze Strecke schaffen wir gut. Wir
liegen dann sicher in der Bucht Sarakiniko. Unser Fock
ist ein bißchen eingerissen und so nähe ich einen
Fleck darauf. Auf das Beiboot montieren wir ein starkes
Seil als Schutzleiste. Am Samstag kamen dunkle Wolken,
doch kein Gewitter, aber NW-Wind bis Stärke 7. Auf
Anraten eines Ausflugskapitäns verlegen wir unser Boot
nordwärts in die Bucht Levki. Trotz Westwind kommen
Wellen herein und wir beschließen zurückzufahren. Man
kann nicht jeden vertrauen! Ein Gewitter steht über
Kithyra. Es ist schon finster und wellig und wir benützen
das Radar und kommen gut in die Sandbucht. Wir konnten
einmal ruhig schlafen, da Nordwind bläst, aber keine
Wellen hereinrollen. Am 8.6.93 fahren wir weiter und
sind um 13h in der Südbucht von Monemvassia. Unterwegs
sehen wir einen Hai. Beim Ankermanöver stirbt der Motor
ab. Der Ankergrund ist gut. Gu tauscht wieder den
Separfilter Beim Fischerhafen holen wir Wasser und
schwemmen dort gleich unsere Wäsche. Gu kauft 120 l
Diesel ein. Endlich bekamen wir wieder frisches Brot.
Beim Fleischhauer Lammkeule und offenen Grassi gekauft.
Marillen und frische Fisolen bekommen. Wir besichtigen nächsten
Tag zeitig in der Früh die Altstadt und Festung von
Monemvassia. Sind um 10 Uhr wieder zurück und
telefonieren mit zu Hause und mit Marinas wegen Liegeplätze.
Und erfahren, daá im Sommer nichts frei sei. Auch die
Preise bewegen sich zwischen 3 200,- und 5 500,-
Schilling pro Monat. Wir fahren am Freitag den 11.6.
teils mit Segel weiter Richtung Norden in die Bucht
Kyparissi. Wir fahren nicht bis vor den Ort, sondern
ankern seitlich in einer Bucht bei 14 m Tiefe. Ein guter
Ankergrund, doch nur bei Schönwetter, sonst zu offen
und den Wellen ausgesetzt. Samstag geht es um 7 Uhr los.
Bei glatter See und keinem Wind, erreichen wir um 12h55
die Bucht Porto Heli. Hier lagen wir sehr ruhig. Sonntag
war Vatertag. Es gab sehr gutes Frühstück Die Wäsche
gaben wir in die Wäscherei. Sind bei "Frank"
Wenzlaff gewesen und reservierten einen Liegeplatz.
Leider nur am eigenen Anker, daher halber Preis, pro
Monat 90,- DM. Telefonierten mit Walter wegen Flugticket
und reservierten Karten für das Tragflächenboot nach
Piräus. Nachts blies dann der WNW-Wind mit Stärke 4-8.
Frank kontrollierte die Boote! Unser Anker hält gut. Nächsten
Tag montierte Gu die Solar ab und wir legten unser
Beiboot an Deck. Den Geber vom Kompaß und den Motor vom
Autopilot baute Gu aus und wir nahmen sie zur Reparatur
nach Hause. Am Freitag den 18.6.93 holte uns Frank nach
9 Uhr ab und fährte uns zur Schiffsstation. Das Tragflächenboot
fuhr pünktlich um 11 Uhr weg. Hielt auf den Inseln
Spetsas und Idra und war um 13 Uhr im Hafen von Piräus
(Zea). Leider fuhr kein Autobus und so nahmen wir ein
Taxi zum Flughafen. Das Flugzeug hatte Verspätung, da
keine Flugerlaubnis über Serbien war. So flogen wir
dann über Sofia - Budapest nach Wien. Ein herrlicher
Flug. Wir erkannten das neue Donaukraftwerk in Ungarn,
den Neusiedlersee, das Leithagebirge und die Wiener
Bucht. Walter erwartete uns schon. Ich gab bei der Post
noch Briefe von Frank auf. Gu wartete lange auf unser
Gepäck. Dann führte uns Walter nach Hause. Michaela
war schon mit dem Bus gefahren und kochte schon das
Abendessen. Endlich wieder daheim nach 9 Monaten. Die
Arbeit wartete schon auf uns. Wir waren am 15.September
1993 um 21 Uhr wieder an Bord der Moby Dick. Nächsten
Tag montierten wir die Sonnenkollektoren und ließen das
Beiboot ins Wasser. Ruderten an Land und bezahlten bei
Frank den Liegeplatz und waren gleich einkaufen. Gu
entdeckte gleich gegenüber unserem Boot einen Laden, wo
er sich jeden Tag kühles Bier und Wasser holte. Pa ließ
den Stromgenerator laufen um unsere Batterien zu laden.
Er baute die neue Meerwasserentsalzungsanlage ein und
auch den Geber vom Kompaß. Durch das lange Liegen, hat
sich die Ankerkette stark eingedreht. Müssen auf
weniger Wind warten. Haben einstweilen die Fock und das
Großsegel angeschlagen. Am 22.9.war fast kein Wind. Wir
hoben den Anker und drehten die Kette aus. Dann fuhren
wir in eine Badebucht, wo reines Wasser war und nahmen
die Entsalzungsanlage in Betrieb. Sie funkionierte! Das
Wasser ist weich und der Kaffee schmeckte damit sehr
gut.Wir fahren am Abend wieder zurück nach Porto Heli.
Mit dem Beiboot ging es wieder an Land zum Einkauf und
die Wäsche gaben wir in die Wäscherei. Wir fahren öfters
untertags in die Badebucht und machen Wasser. Rudern an
Land und gehen den Hügel hinauf und sehen auf die Insel
Spetsas und in den Einfahrtskanal von Porto Heli. Eine
Nacht blieben wir über Nacht in der Badebucht. Ich
badete und wusch mir gleich die Haare im Meer. Danach
brauste ich mit Süßwasser ab. Unser schwarzer
Brausesack liegt in der Sonne und wird dann aufgehängt.
In der Früh konnte ich nicht mehr schlafen und so
versuchte ich um 6 Uhr zu fischen. Doch es biß keiner
an. Es war so fad, dazusitzen und zu warten. Daher nahm
ich das Chromputzmittel und putzte die Reelingstützen.
Dann kochte ich um 7h30 Kaffee und es wurde gefrühstückt.
Wir hatten im Tank noch 75 l schmutzigen Diesel, den wir
durch den Filter herauspumpten und durch einen
Zusatzfilter vom Forstinger ( S 140,-) durchpumpten.
Dann füllte Gu die Tanks und die Reserve- kanister mit
Diesel voll. Wir kauften noch Vorräte ein. Am 28.9.1993
lichteten wir schon um 1h25 den Anker. Der Mond schien
hell bis 3h56. Wir sehen einen herrlichen Sonnenaufgang
um 6h20. Der Wind war nicht stark und wir hatten
seitlich unangenehme Wellen. Wir fuhren mit Motor und
das Fock dazu. Nachmittag war fast kein Wind mehr. Gu
sah zwei Delphine. In der Nähe der Insel Seriphos
zeigte unser Kompaá falsch. Wir glaubten, es sei die
erzhältige Insel oder wir hatten soviel Abtrifft. Um
17h45 warfen wir Anker in der Bucht Kontala auf der
Westseite der Insel Seriphos. Uns schmeckten die
vorgekochten Rindschnitzel mit Rahmsauce und Teigwaren
und wir gingen nach 19 Uhr schlafen. Waren ja schon
lange auf. Es war eine ruhige Nacht. Wir ruderten am
Vormittag an Land und gingen die Straße entlang bis zur
ersten Biegung. Danach war Baustelle: zwei Mann, 1
Cater-pillar, 1 Kompressor, viel Dynamit und Zündschnüre.
Damit bauten sie die Straße weiter. Am Rückweg
sammelte ein Mann Humus vom Straßenrand und füllte ihn
in Säcke, welche er seinen zwei Eseln auflud. Wir
erfuhren von ihm in italienisch, englisch und
griechisch, daß er die gute Erde für seinen Gemüsegarten
verwendet. Er war sehr freundlich. Dann sahen wir einen
Mann in seinem Weingarten, riesengroße Trauben ernten.
Die Stücke waren gar nicht so groß. Dann nahmen wir
noch Sand vom Strand mit und ruderten wieder zum Boot. Nächsten
Morgen sahen wir mehrere Schäfer und Schäferinnen mit
ihren Ziegenherden sich der Bucht zu nähern. Sie
warteten in Respektabständen zueinander. Dann kam ein
vermutlicher Veterinär mit Helfer. Nahm von jeder Herde
ein Tier und zapfte ihm Blut ab. Wir vermuten das es die
Untersuchung wegen Malta-Fieber gewesen sei. Denn so
viel Schafkäse, was es in Griechenland gibt, soviel
Schafe hat das Land gar nicht. Wahrscheinlich nehmen sie
Ziegenmilch dazu. Wir fuhren dann auf die Ostseite der
Insel, in den Hauptort Leivadion. Es gab einen Bäcker,
aber keinen Fleischhauer. Nur Mini-Market mitWurst aber
alles teurer, für Touristen gerichtet. Die Nacht war
wettermäßig ruhig, nur laute Discomusik bis
Mitternacht.Nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus hinauf
zur Chora. Die Kirchen waren leider geschlossen, doch
wir hatten eine herrliche Aussicht und interessante Häuser
zu sehen. Wir gingen dann zu Fuß den Treppenweg zurück
in den Hafen hinunter und waren um 10h15 am Boot. Wir
segelten um 10h45 los und waren um 15h20 in der Bucht
Vathy auf der Insel Siphnos. Hier gab es einen
geschlossenen Supermarkt und Stromaggregate von 4
Tavernen machten Lärm. Im Boot hörte man es nicht so
laut. Wir gingen gar nicht an Land, sondern fuhren nächsten
Tag (2.10.) um 9h30 weiter. Teilweise konnten wir
segeln, doch nachmittags nahmen wir den Motor dazu und
kamen um 16h55 auf der Insel Antiparos in der Bucht
Despotikou, an. Wir ankerten in der Nähe einer Kapelle.
Gegenüber war eine Taverne. Neue Straßen waren
angelegt und teilten die Grundstücke, mit neuen Häusern,
ein. Auch Stromleitungen waren vorhanden. Eine
Ziegenherde mit 200 Tieren hörten wir am Bimmeln, bevor
wir sie sahen. Eine sehr ruhige und geschützte
Ankerbucht. Wir lichteten um 9h35 den Anker und wollten
Richtung Osten. Doch die Götter schickten uns einen
Ostwind. So änderten wir den Kurs und segelten Richtung
Ios. Doch um 14 Uhr bekamen wir den Wind wieder auf die
Nase. So mußten wir mit Motor gegenan. Wir waren um
17h20 in der Bucht von Ios. Am Hafen waren die Geschäfte
halb leergekauft und die Preise waren hoch. Alles auf
Gammlertourismus ausgerichtet. Am nächsten Tag fuhren
wir mit dem Bus in die Chora hinauf. In einem Supermarkt
kauften wir gefrorenes Fleisch und Gemüse. Die Auswahl
war größer und billiger als im Hafen. Wir hatten eine
unruhige Nacht, schaukelten und rollten, denn Wellen
kamen herein und unser Heckanker stimmte mit dem Wind
nicht überein. Daher verließen wir am 6.10. um 9h15
diesen unschönen Ort. Leider mit wenig Wind, nahmen
aber das Fock zum Motor und fuhren Richtung Osten, wo
wir schon einmal hinwollten. Mittags wollten wir auf der
Insel Irakleia in einer Badebucht ankern. Es war ein schöner,
verlaufender Sandstrand. Doch war Ankerverbot wegen
mehrerer Stromkabel. So fuhren wir gegenüber auf die
Insel Schinousa und waren um 14h10 in der Bucht Myrsini.
Da die Bucht eng war, brachten wir einen Heckanker aus.
Wir machten einen Spaziergang in die Stadt hinauf, 1 1/2
Std. lang. Sahen Kühe und zwei Schweine im Garten in
der Erde wühlen und 70 Ziegen auf der Weide. Wir
bekamen bei einem kleinen Kaufmann gekühltes Bier zu
kaufen. Es war ein ruhiger Abend in dieser Bucht. Auch
die Nacht war so. Am nächsten Tag Abfahrt um 9h20
Richtung Osten. Wenig Wind, daher mit Motor gefahren. Um
14h15 waren wir in der Bucht Katapola auf der Insel
Amorgos. An der Mole war wenig Platz, aber wir liegen
ohnedies lieber vor Anker. So lagen wir ein bißchen
abseits vom Rummel und doch in der Stadt. Im Supermarkt
bekamen wir gefrorene Spießchen. Auch Brot, Gemüse und
Obst war in mehreren kleinen Supermärkten erhältlich.
Nächsten Tag ( 8.10.) fuhren wir mit dem Bus in die
Chora, welche man vom Hafen aus nicht sah und kauften
eine 10 kgGasfasche mit Regler und 4 m Gasschlauch, sehr
billig. Fuhren mit dem Bus wieder zurück, kauften noch
Fleisch ein und fuhren um 14h30 in die Bucht Kolofana
auf der SW-Spitze von Amorgos. Die Fahrt dauerte
eineinhalb Stunden. Wir hatten NW-Wind und fuhren mit
Fock, dann drehte der Wind auf NO und wir hatten blöde
Wellen. In der Bucht lagen wir ruhig. Trotz Wind kamen
keine Wellen herein. Wir blieben bis Montag. Gu stimmte
die Funkantenne ab und ich wusch ein bißchen bunte Wäsche.
Es lagen nur Fischerboote hier. Wir kauften
hereinkommenden Fischern frische Fische ab. Wir hatten für
zwei Mahlzeiten genug damit. Am 11.10. lichteten wir
schon um 6h10 den Anker und fuhren süd-ostwärts. Es
war windstill, doch mittags kam SW-Wind und wir liefen
unter vollen Segeln dreieinhalb Stunden lang. Vor der
Insel Astypalaia nahmen wir wieder den Motor dazu und
waren um 16h30 in der Bucht Vathy. Gu ruderte in die
einzige Taverne um kühles Bier. Der Preis war gleich,
nur die Dose war kleiner. Es war windstill und so lagen
wir ganz ruhig und schliefen auch sehr gut. Ausgerastet
ging es nächsten Tag wieder weiter auf die Insel
Nissyros. Wir waren nach über 9 Stunden Fahrt in der
Bucht Mandraki. Sie hatte eine Mole und war nach Norden
und Osten offen. Nur von Westen und Süden lag man geschützt.
Wir lagen wieder abseits vor Anker, denn an der Mole
legten Ausflugschiffe von Kos an. Im zehn Minuten
entfernten Ort bekamen wir gefrorenes Fleisch,
vormittags frisches Brot, schönes Gemüse und Obst (
etwas teurer). Ich habe Maria im Geschäft angerufen.
Sie war überrascht, aber freute sich sehr. Wir borgten
uns ein Moped aus und fuhren zum Vulkankrater. Gingen
auch hinunter und fotografierten und filmten die Quellöcher
mit Schwefeldampf. Natürlich gab es dort eine Taverne.
Wir tranken jeder eine große Dose Bier und waren um fünfzig
Schilling leichter. Wir fuhren dann noch am Rande der
Talsenke entlang, aber die Straße blieb schlecht, so
drehten wir wieder um und fuhren zurück. Am 14.10.
holte Gu frisches Brot und wir liefen um 9h45 aus dem
Hafen in südöstlicher Richtung zu der Insel Tilos. Um
14h20 waren wir in der Bucht Leivadia. Ein kleiner Ort
mit Bäcker, Postamt (ohne Spesen Euroscheck eingelöst),
zwei kleinen Supermärkten, viele Tavernen und kleine
Hotels mit Duschgelegenheiten. Gu hat vom Sumlog den
Geber herausgenommen. Das Rad gängig gefeilt und wieder
montiert. Haben im Market einen Getränkekühler aus
Plastik erstanden. Es war der Einzige und die Verkäuferin
wußte gar nicht für was das Ding sei. Wir fuhren nächsten
Tag um 11h30 weg und waren um 16h45 in der Bucht
Panormitis auf der Insel Simi. Eine sehr geschützte
Bucht, außer Fallwinde von dem 500 m hohem Berg. Hier
befindet sich eine Klosterkirche mit angebeuten
Fremdenzimmern, eine Kantine und ein Restaurant, wo man
einfache Lebensmittel und Konserven, aber teurer,
bekommt und einen Bäcker. Wir besichtigten am Samstag
die Kirche. Und versuchten dann unser Beiboot achtern
auf die Stützen aufzuh„ngen. Es klappte tadellos!
Sind dann am Sonntag den 17.10. um 9h30 nach Rhodos
gefahren. An- kunft 14h45. Der Hafen war voll von
Schiffen, Fähren, Tragflächen- booten und
Ausflugschiffen. Wir fuhren bis rückwärts in den Hafen
und ich fragte einen Mann, ob hier bei den Fischerbooten
Platz wäre. Nein, sagte er, aber auf der anderen Seite,
bei den reservierten Plätzen, ist frei. Das Boot "Paradiso"
kommt erst in acht Tagen zurück. Wir legten dort an,
doch da kam ein Mann am Moped und wollte uns verjagen.
Er hatte nämlich einen breiten Motorboot den Platz
versprochen, gegen Trinkgeld natürlich. Wir sagten
aber, nur der "Paradiso" machen wir Platz.
Dann kam er mit einem von der Hafenpolizei. Welcher
angeblich nicht englisch und nicht deutsch sprechen
konnte. Gu sagte, daß er uns nicht aus dem Hafen jagen
könne. Er müsse uns Tanken, Wasser nehmen und
Einkaufen lassen. Da zeigte er uns einen noch freien
Platz weiter vorne im Eck beim Quersteg und sagte, da können
wir liegen bleiben. Dort legten wir unser Boot auch hin.
Daher kam auch keiner mehr und verlangte die Papiere.
Und wir zahlten auch keine Hafengebühr. Am Montag
gingen wir durch die Altstadt von Rhodos, um in der süd-
lich gelegenen Werft zu fragen wegen Kran und Liegegebühr.
Wir sahen einen Mopedverleih. Da der Mann nicht da war,
schauten wir uns um. Er winkte von weiter weg. Gu ging
hin und sprach ihn in englisch an. Da lachte die Frau
und sagte: Schon wieder so ein Wiener-Englisch. Sie war
Kärntnerin und mit dem Griechen verheiratet. Sie hatten
zwei Leder- Pelzgeschäfte und den Mopedverleih. Er
sprach gut deutsch und wir plauderten über vieles. Er
bot uns sogar seinen Allrad an, um damit einen Großeinkauf
zu machen. Doch wir entdeckten dann in der Straße
hinter der Post ein Kaufhaus mit Lebensmittelabteil mit
mehr Auswahl und günstigere Preise als am Hafen.
Nachmittag legten wir auf der Mole unsere Ankerkette
aus. Und ich strich alle 5 m eine weiße Markierung.
Damit wir beim Ankern wissen, wieviel Meter schon unten
sind. Gu holte mit dem Fahrrad in Kanistern wieder
Diesel und füllte die Tanks voll. Am Dienstag fuhr Gu
mit dem Fahrrad Richtung Lindos, ca. 3 km und sah sich
große Supermärkte an, waren aber auch nicht billiger.
Gu kaufte sich eine Fischreusse und ich ein Reiberl für
Nüsse und Brösel reiben. Dann besichtigten wir die
Altstadt und Gu filmte auch und sahen den Portraitmalern
zu. Von einer Malerin war Gu begeistert. Er wollte mich
auch malen lassen. Doch ich war dagegen. Ein buntes Bild
kostete 550,- Schilling. Am Freitag den 22.10. fuhren
wir um 9 h los und waren um 15h20 in Lindos. Die
Ankerbucht ist nach Osten offen und die Wellen kamen
herein. Der Grund ist steinig. Wenn dann der Anker hält,
dann hält er ewig. Wir warfen achtern unseren kleinen
Faltanker, damit wir in der Richtung bleiben und nicht
seitlich schaukeln. Es war eine unruhige Nacht. Nächsten
Tag um 6 h wollten wir weg. Doch wir brachten den
kleinen Anker nicht herauf. Gu ging ins Beiboot, welches
wir erst runter lassen mußten und zog von der anderen
Seite. Doch er wollte nicht herauf. So wollte Gu
hinuntertauchen. Doch er schaffte die 6 m nicht. Das
Wasser war zum Glück klar und er sah mit der
Taucherbrille gut hinunter, denn heroben waren kleine
Wellen. Er sah ihn liegen und mit List und einem Haken,
holte er ihn herauf und ich mußte ziehen. Die Leine war
unter einem Stein und die zogen wir dann so herauf. Vom
großen Anker hatte sich nur die Kette um einen großen
Stein gelegt, welche wir leicht frei bekamen. Endlich
kamen wir dann nach 8 Uhr weg und fuhren Richtung
Rhodos. Gu war seekrank und legte sich nieder. Mittags
war er wieder o.k. Die Wellen von vorne waren nicht
angenehm, obwohl der Wind nicht stark war. In den Hafen
von Rhodos wollten wir nicht mehr hinein. So fuhren wir
wieder nach Panormitis auf der Insel Simi. Es war dann
schon finster, aber wir hatten das Radar und waren ja
schon einmal hier. In der Bucht lagen ein paar
Dauerlieger: Auf dem Segelboot "Salamander"
Nikolaus und Adriana aus Südafrika-holländische
Abstammung-33 Jahre alt mit Kater Aracat. Aus Hamburg
auf dem Segelboot "Laertes" Udo-66 Jahre alt,
mit seiner Frau Arjan 36 Jahre alt, aus Persien,
deutsche Abstammung. Andere Boote kamen und fuhren bald
wieder. Vormittag und Nachmittag kamen je zwei
Ausflugschiffe von Rhodos mit Touristen, welche das
Kloster besichtigten und nach einer Stunde wieder
fuhren. Es war trotzdem sehr ruhig. Nur die Glocken
bimmelten und der Gesang von "Papa" wurde über
Lautsprecher nach außen übertragen. Wir besichtigten
auch die Museen im Kloster und fotografierten und Gu
filmte, obwohl nicht gestattet. Wo die Fischer, als Dank
für die gute Heimkehr, Gaben spendeten. Wir entdecken
neben der Kirche rückwärts den Bäcker. Auch einen
Wasserhahn gibt es neben der Kirche. Die Reusse kommt
mit altem Brot in Betrieb. Und siehe da, wir fangen
Fische. Sie sind nicht groß - 15 cm lang - doch mit
gutem Geschmack und mit mehreren haben wir auch genug.
So essen wir dreimal in der Woche Fische. Leider hat
mich dann der Ischias genervt. Und ich konnte nicht, wie
ich wollte. Darum fuhren wir am Donnerstag den 4.11. mit
dem Boot in die Stadt Simi. Sie liegt auf der NO-Seite
der Insel. Wir brauchten drei Stunden. Ich konnte in der
Bank mit Visa-Card Geld beheben und der Bankbeamte
telefonierte mit dem Arzt. Ich konnte gleich kommen. Ich
legte mich hin und er hob meine Beine und den Kopf, doch
mir tat nichts mehr weh. Doch vorher konnte ich fast
nicht gehen, solche Schmerzen hatte ich im Schenkel. Er
verschrieb mir zweierlei Tabletten und eine Salbe. Wofür
ich in der Apotheke 250,- Schilling und beim Arzt auch
250,- Schilling bezahlte. Wir kauften allerhand ein und
kosteten gleich den Wein mit fri- scher Mortadella. Da
er gut war, kaufte Gu noch welchen. Neben uns lag ein
Engländer und hatte Angst, daß unser Heckanker nicht
halte und wir auf ihn treiben, da der Wind zulegte und
in den Hafen hereinstand. So fuhren wir um 14 Uhr wieder
zurück. Der Wind war stärker geworden, 4-5 Beaufort
und die Wellen waren unangenehm. Wir konnten dann das
Segel dazunehmen. Wir hatten das Beiboot rückwärts
angehängt. Aber durch die blöden Wellen von seitlich
vorne, hat er uns das Beiboot mit Wasser angefüllt. Ich
war am Steuer und Gu konnte das Boot mit Wasser nicht
heben. So wollte er es schon losmachen und schwimmen
lassen. Doch ich war dagegen, was machen wir denn ohne
Beiboot? Wie kommt er ans Land um Brot und Wasser? Mit
viel Kraft und Zorn zog er es dicht ans Schiff und damit
vorne ein bißchen aus dem Wasser. So ging es halbwegs
und wir fuhren doch damit an unser Ziel. Doch brauchten
wir fast vier Stunden zurück und es war wieder finster
geworden. Doch wir kannten jetzt schon alles und hatten
das Radar. Denn die Entfernungen zum Land täuschen in
der Nacht recht stark und das Radar zeigte uns die
genaue Entfernung. Von Samstag den 6.11. bis Montag den
8.11.1993 wurde das Fest des Hl. Michael, dem die Kirche
geweiht ist, gefeiert. Buden und Verkaufsstände wurden
aufgestellt. Zimmer vermietet. Ein paar Fischerboote
kamen und tausende Griechen mit Fährschiffen. Im
Kloster unter den Arkaden lagen und saáen alte Leute
und warteten auf das "Wunder von Panormitis".
Heuer war es das schöne Wetter, welches die ganzen Tage
anhielt. Und das sagte "Papa". Udo war nämlich
bei ihm, um ihn zu fotografieren, bekam Wein und
unterhielt sich mit ihm. Udo spricht griechisch, da er
ein Geschichtsprofessor in Pension ist. Wir,auch Udo und
Arjan, waren am 10.11. bei Nik und Adriana, zum
Abendessen eingeladen. Es gab "Indisches"! Als
Vorspeise Chumus, das ist Sesambutter (Tachini) mit
passierten Kichererbsen, gewürzt mit Knoblauch, Salz,
rotem Pfeffer und Zitrone. Dazu frischgebackenes
Fladenbrot. Als Hauptspeise Reis, gemischt mit Hühnerfleisch,
etwas Linsen, Erdäpfel und Gewürzen. Dazu
Paradeissalat, Gurken, Zwetschkenmarmelade,
Pefferonisauce. Als Nachspeise einen Schokokuchen mit
Honig und Cognac. Adriana hatte im Ort Simi eine
Computerarbeit. Auch am Boot arbeitete sie am Computer.
Daher hatten sie dann über eine Woche ein Auto zur Verfügung,
einen Citroen 600, ähnlich einem 2 CV. Sie nahmen uns
am Montag mit nach Simi. Von wo wir Michaela vor der
Arbeit telefonisch erreichten. Wir kauften wieder viel
ein und luden die Zwei dann zur Jause bei uns ein. Es
gab Mortadella und Blätterteigtascherl mit Topfenfülle
vom Bäcker in Simi. Zum Nachtmahl waren wir dann alle
bei Udo und Arjan am Boot. Es gab Zwiebelkuchen. Er war
sehr gut, nur nicht ganz durchgebacken, da sie nur eine
Backhaube besitzt und die Hitze nur von unten kommt. Ich
lud sie dann alle am 16.11. zum Nachtmahl ein. Ich
machte einen Rindsrollbraten mit Soße, Champignonreis,
Kraut- und Paradeissalat mit Paprika, serviert mit
Pfirsichhälften, gefüllt mit Ringlottenmarmelade,
welche ich noch von meiner Schwester Hilde hatte. Zur
Nachspeise gab es Obstsalat. Es schmeckte allen. Einmal
spazierten wir zur Mülldeponie. Dort fanden wir zwei
griechische Sesseln, wo die Bespannung kaputt war. Nik
hatte schon welche geholt und hergerichtet. Auch einen
Klappstuhl, welcher sehr schön wurde. Wir schauten wie
sie geflochten waren und schnitten die restliche
Bespannung ab. Erst im Winter werden wir sie
restaurieren. Udo und Arjan fuhren nach Rhodos, wo sie
den Winter verbringen. Sie wollen das Boot in die Werft
stellen und auf ein paar Wochen nach Deutschland
fliegen. Wir sind bei Nik und Adriana wieder zum
Nachtmahl geladen. Es gibt Linsen und Bohnen und
Fleischeintopf, recht scharf gewürzt mit Paradeissalat,
Zwetschkenmarmelade, Rosinen, Erdnüsse und
Chilipfefferoni. Zur Nachspeise wieder Schokokuchen mit
Cognac. Nik und Adriana brachten das Auto nach Simi zurück
und kamen zu Fuß dann retour. Es regnete an diesen Tag.
Aber sie hatten so viele Erlebnisse. Zuerst sahen sie
eine Windhose, von der Türkei kommend auf die Insel
Simi zu und in einer Bucht nordwestlich verschwinden.
Dann schüttete es so, daß das Wasser den Treppenweg
wie ein Sturzbach in die Stadt hinunterschoß. Sie
sagten, trotzdem sie naß wurden, war es ein schönes
Erlebnis. Denn in ihrer Heimat, in Durban - Südafrika,
regnete es schon 50 Jahre nicht mehr. Sie brachten uns
Rindfleisch mit. So lud ich sie am nächsten Abend auf
Rindsgulasch mit Nockerl ein. Das schmeckte ihnen! Sie
fuhren dann am 26.11. nach Rhodos ausklarieren und
weiter in einem durch nach Zypern. Sie haben dort noch
verschiedene Sachen deponiert. Auch dürfen sie sich
nicht überall lange aufhalten. Zum Beispiel in der Türkei
nur drei Wochen. Im Frühjahr kommen sie nach Simi - Ort
zurück in die Werft, wo sie ihr Holzboot herausheben
und das Unterschiff streichen wollen. Wir dachten, jetzt
sind wir alleine und uns gehört die Bucht. Aber
Schnecken! Nachmittag kam wieder ein deutscher Segler.
Am Samstag gingen wir um Föhrenzweige und machten uns
einen Adventkranz den wir auf einen Deckel legten. In
die Mitte gaben wir ein paar Sträucherzweige mit roten
Beeren. Aus der Kirche holte Gu vier Opferkerzen, welche
wir in den Kranz steckten. Also hatten wir am ersten
Adventsonntag schon unsere erste Kerze zum Anzünden.
Sonntag Nachmittag rauberte eine Goldmakrele um unser
Boot die kleinen Hornhechte. Gu und ich versuchten mit
der Angel ihn zu fangen. Doch er schwamm dann zum
anderen Boot hinüber. Rainer sah ihn, hatte einen Spieá
und nagelte schnell einen Stiel darauf. Als er ihn
wieder sah, stieá er zu und hatte ihn, warf ihn gleich
in die Plicht seines Bootes. Seine Frau Gerti jammerte:
So ein schöner Fisch. Er schillerte blau und gelb und
war 80 cm lang. Dann wußten sie nicht, was sie mit so
einem großen Fisch machen sollten. So kam er zu uns und
bot uns die Hälfte an . Wir waren gleich dabei und Gu
half ihn das Tier auszunehmen und in Scheiben zu
schneiden. Es war ein köstliches Nachtmahl und am nächsten
Tag machte ich mittags noch eine Fischsuppe. Später
erfuhr ich , daß man aus Meeresfischinnereien keine
Suppe essen soll. Zum Glück machte es uns nichts. Am
Donnertag fuhren sie wieder in die Türkei. Dann lag
noch ein Australier mit Frau, aus Sidny , beide über 65
Jahre alt, in der Bucht. Wir sind bei ihnen auf eine
Jause eingeladen und unterhalten uns in englisch. Sie
sind von Australien über's rote Meer, ins Mittelmeer
gekommen. Wir wollten am Freitag den 3.12. in die Türkei
fahren. Hatten aber starken Gegenwind und der Motor ging
mit der Drehzahl manchmal in die Höhe. So drehten wir
um. Nächsten Tag fragte der Bäcker, als Gu Brot holte,
warum wir zurückgekommen sind. Gu sagte, der Motor
stotterte. Gu hat wieder den Filter neu gegeben und
jetzt ist wieder alles in Ordnung. Da sieht man, wie wir
beobachtet werden. Es ist wahrscheinlich ihre einzige
Abwechslung in dieser Bucht, außer den kurzen Besuch
der Touristen aus Rhodos. Bei einem Spaziergang am
Samstag sahen wir vier griechische Landschildkröten,
welche auf der sonnigen Seite der Straáe waren. Am
Sonntag fuhren wir dann ohne Wind und ohne Wellen nach
Datca in der Türkei. Dort ist eine Einklarierungsbehörde.
Aber am Sonntag sind Banken und Ämter geschlossen. Da
Krampusabend war, machte ich einen Germteig, formte vier
Krampusköpfe und vom restlichen Teig Krapferl und
backte sie in Öl heraus. Das war unser Krampusfest! Am
Montag (6.12.93) bekamen wir erst um 10 Uhr türkisches
Geld mit Euroscheck. Dann konnten wir den Behördenweg
antreten. Fast 800,- Schilling bezahlten wir für Schiff
und unser Visum. Wir kauften gleich ein. In einem
Supermarkt sahen wir die Waren und Preise an, da kam der
Besitzer und brachte uns zwei Tee. Indem wir den Tee
schlürften, kauften wir ein. Das ist die Türkei! Der
Wind hatte zugelegt und die Wellen standen in die Bucht
herein. Das Ablegen mit dem Beiboot mußte schnell
geschehen, sonst hätten wir Wasser im Boot gehabt. Wir
schafften es mit vorher Schuhe ausziehen. Dann verlegten
wir unser Schiff weiter nach Süden, wo in der Bucht
nicht so viel Wellen waren. Nächsten Tag (7.12.1993)
verließen wir diese unsichere Bucht und fuhren weiter
nach Bozburun. Wir hatten Glück und fanden einen leeren
Platz, rückwärts im Hafen, wo keine Wellen hinkommen
und auch die anderen Segler lagen. Nun waren wir im
Reiche Allah`s!

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