Wahrer  Reisebericht Von Jugoslawien über Italien und Griechenland in die Türkei!

Am 17.3.1993 fuhren wir um 11 h Vormittag von Rovinj los. Permit hatten wir keines, zahlen doch keine S 2.000,- für kurz wegfahren. Da war uns der Nebel sehr willkommen. Aber Dank dem GPS und dem Radar, wußten wir immer wo wir waren und sahen durch den Nebel durch. So waren wir am frühen Morgen vom Donnerstag auf der Höhe von Ancona in Italien. Wir dachten uns, so ein großer Hafen - viel Lärm, kleiner Hafen - Ruhe! So fuhren wir weiter und liefen um 11 h 30 in Civitanova Marche in den Hafen ein.La bella - Italia empfing uns! Das Wasser war ölig, die Marina baufällig. Der Hafen- kapitän hatte keine Formulare zum Einklarieren. Das war unser Glück, denn er verlangte auch nichts und schrieb uns einen Zettel als Ersatz. Um 18 Uhr spielten die Kirchenglocken eine herrliche Melodie. Leider haben wir es nicht aufgenommen. Gu sagte dann, das wirst du noch öfters hören. Doch es war einmalig und nirgendwo wieder zu hören. Schade! Am nächsten Tag, Freitag 19.3. fuhren wir weiter. Und da begann's! Wir schalteten um auf den vorderen Tank. Der Motor lief noch zwei Stunden, dann starb er ab. Nach umschalten auf den hinteren Tank und entlüften, lief der Motor wieder. Wir kamen um 17 h 30 in St. Benedetto del Tronto an. Wir gingen in die Stadt einkaufen. Beim Bäcker eine Pizza, welche wir uns am Boot im Microwellenherd auf- wärmten. Am Rückweg haben wir uns verlaufen und muáten einen langen Wegzurückgehen. Samstag fuhren wir um 6 h 30 los. Um ca. 13 h fiel starker Nebel ein. Knapp vor Ortona stirbt der Motor ab. Wir ankerten und entlüfteten. Der Motor läuft wieder. Wir fuhren bei dichtem Nebel in den Hafen ein, den wir nicht sahen. Nur durch's Radar wußten wir, daß wir drinnen waren. Mit stotterndem Motor hängten wir uns an eine Boje. Es war 18 h. Später lichtete sich der Nebel ein wenig und wir sahen wo wir waren und an was wir vorbeifuhren. Nächsten Tag pumpten wir die Dieseltanks (je 130 l)aus, filterten den Diesel und füllten ihn wieder ein. Das war ein Fehler! Denn als wir weiterfuhren, begann der Motor zu tarockieren und das bei Wellen und ungünstigen Wind. Bald starb er ab und wir waren ge- zwungen in die Nacht hineinzusegeln. Um 1 h nachts, ankerten wir dann an einer ungünstigen Stelle und schaukelten bis zum frühen Morgen. Dann fuhren wir mit geringem Gas, denn da lief der Motor noch. Vor Termoli gab er endgültig den Geist auf. Wir schleppten die Moby Dick mit dem Beiboot und dem 3 PS Motor, zum Glück bei ruhiger See, 2 1/2 Stunden lang, in den Hafen von Termoli. Da dachten wir schon an eine neue Einspritzpumpe. Doch nach gründ- licher Filterreinigung lief der Motor wieder. Wir füllten den vorderen Tank mit Diesel voll, den Gu am Fahrrad mit vier Kani- stern zu 12 l, von der 2 km entfernten Tankstelle holte. Dann mußten wir ein Sturmtief hier abwettern. Die " Marina " nahm uns für fünf Nächte fast ö.S. 1.000,- ab. Wir fuhren am Montag, den 29.3. weiter. Doch der Motor streikte wieder. Wir segelten dann. Und mit viel beten, kamen wir dann doch mit Motor in den Hafen von Peschici. Eine sehr enge Einfahrt, aber ein lieber kleiner Hafen. Wir suchten schon die nächste Volvo-Vertretung. Dann kamen wir doch auf die Idee, den großen Dieselfilter zu zerlegen und zu reinigen ( war sehr schmutzig ). Reinigten auch den kleinen Filter und alle Leitungen und das war's. Den alten, schmutzigen Diesel pumpten wir raus in die Altölbe- hälter am Hafen. Seither haben wir keine Probleme mit dem Motor. Du wirst denken, für was brauchen sie denn den Motor, ist ja ein Segelboot? Antwort: Es war kein Wind oder er blies uns ins Gesicht. Am Palmsonntag waren wir in Molfetta. Ich ging allein in die Kirche. Da wurde ohne Orgelspiel gesungen. So etwas schönes und melodisches habe ich noch nirgends gehört. Die Italiener können doch gut singen! Ich bekam vor der Kirche Ölzweige, mit denen ich dann im Boot einen Osterbaum machte. Am Mi. den 7.4. waren wir in Monopoli. Am Do. den 8.4. kamen wir nach Brindisi. Es gab endlich warme Dusche! Am Freitag wusch ich die gesamte Wäsche. Beim Spaziergang fanden wir einen Palmzweig. Welcher jetzt unseren Saloon schmückt. Samstag fuhren wir weiter nach Otranto. Vorgesehen ist am Mittwoch zeitig in der Früh nach Korfu zu übersetzen. Zusammenfassung: Italien ist nichts für Segler. Die Häfen sind schmutzig und laut. Man muß aber hinein, denn es gibt keine Buchten und drauáen kann man nicht ankern. Die angeblichen Marinas sind schlechter als in Jugoslawien. Landschaftlich ist es ab dem Sporn bis zur Ferse schön. Nachdem wir keine Motorprobleme haben, geht es uns jetzt gut. Die Sonne scheint auch schon öfters, es wird wärmer. Wir brauchen keine Heizung mehr in der Nacht. Leider wurde es nichts mit der Abfahrt am Mittwoch (14.4.93). Gu hatte Fieber und fühlte sich miserabel. Ich nützte das aus und ging alleine einkaufen. Ich entdeckte Marktstandln und erfuhr, daß man Fenchel auch roh als Salat essen kann. Wieder was gelernt auf "die alten Tage"! Wir fuhren dann am Freitag um 5h15 los. Es war bewölkt und teil- weise kam die Sonne durch. Es blies NW-Wind, Stärke 3-4 und die Wellen kamen von Backbord und wurden immer höher. Gu entdeckte zwei Blauhaie, ca. 3 m lang. Um 15h45 waren wir in der Bucht Ammos auf der Insel Othonoi in Griechenland! Eine kleinere Insel vor Korfu. Um 17h war auf der Insel eine Karfreitagsfeier mit Prozession wie ein Begräbnis, wo ein Sarg zu einem Haus, Werk, Friedhof und wieder in die Kirche getragen wird. In Griechenland wird Ostern eine Woche nach unseren Ostern gefeiert. Wir fuhren am Samstag (17.4.) um 5h30 weg nach Korfu. In der Meeresenge zwischen Albanien und Korfu durchfuhren wir ein Groß- schmutzfeld. Ich nehme das Gas zurück und der Motor stirbt ab. Zusätzlich hängt ein altes Fischernetz am Steuer, welches uns hßlt und wir nicht wegtreiben. Unser Motor bekommt zu wenig Diesel. Denn der Diesel im großen Filter ist sehr verschmutzt. Wir nehmen unseren letzten Filtereinsatz und entlüften die Dieselleitung. Durch das lange Starten wird unsere Batterie schon schwach. Doch endlich springt der Motor wieder an. Gu hat wieder auf Tank 1 geschaltet. Das Netz ließ sich leicht mit dem Bootshaken entfernen und so fuhren wir weiter und waren um 14h45 im Hafen von Kerkyra. Der Hafenkapitän war nicht da, es war ja Ostern. Wir liegen mit Buganker und Heck an der Mole bei der Tankstelle, welche auch ge- schlossen hat. Neben uns liegt ein 20 m Holzboot, ein Schweizer mit Frau, 2 Jahre unterwegs. Auf der anderen Seite liegen Mili- tärschiffe. Gu geht Geld wechseln. Ich entdecke einen groáen Supermarkt und kaufe ein. Beim Zurückkommen wurden wir auf ein Glas Landwein beim Schweizer eingeladen. Unser Nachtmahl bestand aus heißen Würsten, ähnlich Krainer und Schafkäse. Es schmeckte uns vorzüglich. Um Mitternacht tuteten alle Schiffe und es krachte ein riesiges Feuerwerk. Es ist Ostern, das größte Fest in Griechenland. Am Sonntag um 5h früh hörten wir laute Stimmen und Tritte auf unserem Boot. Es waren Matrosen vom Militärschiff. Einer von ihnen fiel, nach durchzechter Nacht beim Nachhausekommen, ins Wasser. Sie zogen ihn in unser Beiboot und brachten ihn an Land. Danach erwartete sie ein "Hoher". Ich glaube, das bedeutete nichts Gutes für alle. Gu bekam vom Zoll Stempel in unsere Pässe, aber einklarieren erst am Dienstag. Wir wandern auf die alte Festung und filmten. Auf der Wiese pflückten wir Wildspargel und hatten dann gleich am Boot ein Mittagessen (mit Ei). Beim Heruntergehen kam Papandreou mit Frau (blond und viel jünger als er). Die Menge ist fast nicht zurück- zuhalten voller Begeisterung. Bei den Militärschiffen wurden Schafe gegrillt. Laute Musik spiel- te. Es war den ganzen Tag ein Fest. Am Abend fuhr ein Militärschiff weg und riß einem Segler neben uns, die Ankerleine ab. Er ist ein Steirer und sie aus Velden, welche dort eine Wasserskischule hat. Wir halfen alle wieder beim Anlegen. Den Manöverschluck nahmen wir dann alle beim Schweizer und kamen erst um 23h ins Bett. Gu hält es im Hafen nicht mehr aus. Der Gestank vom Wasser, rein- ste Kloake und der Wirbel. So fahren wir am Montag in die Bucht von Gouvia. Dort ist eine Marina. Doch sehr griechisch! Kaum ein freier Liegeplatz hat Moorings (am Grund festgemachte Leinen zum Anhängen). Strom war überhaupt keiner. Das Wasser ist salzig, über einen Adapter zu bekommen. Die gesamte Marina (500 Liege- plätze) hatte pro Geschlecht 2 Duschen und 4 italien. Klosett. Sehr verschmutzt. Das einzige Plus war das heiße Wasser in der Dusche. Aber erst seit einer Woche, wie wir erfuhren. Wir legten längsseits an der Mole an. Es hatte nur einen Nachteil: Als der Wind wehte, hatten wir den Sand vom Land am Boot. Dann kam gleich ein Marketbesitzer mit Kleinbus und warb um Kunden. Ich fuhr mit ihm ins Dorf und kaufte ein. Nachmittag wuschen wir die ganze Wäsche, auch 4 Bettüberzüge. Gu half fleißig mit. Seither geben wir jetzt unsere Bettwäsche immer in eine Wäscherei. Am Abend gingen wir ins Dorf ins Restaurant "Marco Polo" essen. Leider gab es kein Lamm, denn die haben sie alle zu Ostern gegessen. So aáen wir Stifado und tranken eine Flasche griechi- schen Rose'Wein mit Mineral dazu. Nach zwei Stunden hatten wir beide Durchfall. Wahrscheinlich das viele Öl. Am Dienstag holte Gu frisches Brot für's Frühstück. Danach fuhr Gu mit dem Fahrrad nach Kerkyra einklarieren. Es klappte alles. Wir verlegten dann unser Boot gegenüber in der Bucht nahe zu einer Kapelle. Hier lagen wir ruhiger, schöner und billiger, überhaupt keine Gebühr. Wir ruderten mit dem Beiboot an Land und kauften ein: Frischfleisch, Gemüse, Brot und Orangen. Zum Nachtmahl gab es Lammschnitzel mit Salat. Gu trank Retsina und ich einen guten Rose'. Am 22.4.93 borgten wir uns einen Honda Roller (Moped) aus und fuhren über Kerkyra nach Achillio, dem Sommerschloß von Kaiserin "Sissy". Leider konnten wir nicht das gesamte Schloß besichtigen, da es gerade renoviert wurde. Im Garten wollte ich die Statue des Achill fotografieren, doch mein Film war zu Ende. So hatte ich von hier keine Bilder. Draußen beim Kiosk kaufte ich einen Agfa- Film um S 50,-. Dann fuhren wir weiter nach Pelekas zum Aussichts- punkt, wo Kaiser Wilhelm den Sonnenuntergang betrachtete. Man hatte von hier einen schönen Rundblick. Die Westküste entlang fuhren wir nach Ermones, wo Odysseus nach 10 jähriger Irrfahrt angespült wurde (ins Land der Phäaken). Eine sehr schöne Bucht, aber nicht zum Ankern. Danach ging es weiter durch die fruchtbare Ebene nach Paleokastritsa. Mit schönen Badebuchten, einen Hafen für Boote und oben am Berg ein schöner Aussichtspunkt und ein Kloster. Wir besichtigten auch dieses. Dann ging es weiter zum angeblich schönsten Strand vom Mittelmeer, bei Roda auf der Nordküste von Korfu. Na ja! Haben schon Schöneres gesehen. Zurück ging es durch Olivenhaine, viele Kurven den Berg hinauf und natürlich wieder hinunter. Es wäre sehr schön gewesen, hätte nicht unser Po schon so sehr geschmerzt. Dennoch erreichten wir vor La- denschluß noch Gouvia. Gu fuhr fast 80 hkm in der Ebene. Wir kauften Fisch und Wein ein und der Abend endete mit einem guten Mahl. Die nächsten Tage vergingen mit einkaufen, Außenborder vom Bei- boot reparieren, Deck waschen und faulenzen. Mit dem Beiboot fuhren wir hinüber zur Marina und duschten uns. Am Montag den 26.4. wollten wir wegfahren. Doch die Götter waren dagegen. Gu fuhr über die Beibootleine und hatte sie in der Schraube. Auch ladete die Lichtmaschine auf einmal nicht mehr.Es war zum Glück nur der Keilriemen locker. Gu ging das erste Mal baden und schnitt die Leine von der Schraube. So blieben wir diesen Tag noch hier und fuhren erst am nächsten Tag, mit Genehmigung der Götter und unseren Klapautermann, weiter zur Insel Paxi. Im Hafen Lakka kamen wir um 16h15 an und ankerten nahe der Pier vor Bug-und Heckanker. Der Hafen ist sehr geschützt. Die Versorgungsmöglichkeiten sind sehr gut. Wir bekamen hier den ersten Krasi = offener Landwein, zu kaufen. Am nächsten Tag wanderten wir zum Leuchtturm hinauf und filmten. Der Hafen hat viele Katzen, daher keine Gefahr von Ratten. Im Dorf sahen wir riesige Pelargonien und Margaritenbäume. Am 29.4. fuhren wir in die südostliegende Bucht Mongonissi. Das einzige Restaurant war geschlossen. Doch zwei Pärchen Graugänse mit 7 Jungen bewohnte den Stand und anschlieáenden Wald. Blumen blühten und es war eine schöne und noch einsame Ankerbucht. Nur eine nahe Schwefelquelle verbreitete ab und zu, einen "badischen" Duft. Wir blieben fünf Tage. Wanderten in den Hauptort Paxi. Wo man in der Bank Kettensägen, Motorsensen und auch Gewehre und Pistolen mit Munition kaufen konnte. Die Griechen jagten damals irgendwelche Tiere, denn es krachte rundherum. Am Dienstag den 4.5. war schon um 3h45 Abfahrt. Wir konnten teilweise das Fock dazunehmen. Eine 1/4 Stunde lang hatten wir einen blinden Passagier an Bord. Ein Mittelmeersteinschmätzer setzte sich auf unsere Instrumente und fuhr mit. Dann schwammen ein Schwarm Makrelen, ca. 60 cm lang, mit uns um die Wette. Wir waren um 12h30 bei der Brücke in Lefkas. Sie öffnete um 13 Uhr und wir konnten durchfahren. Durch die Lagune ging es weiter dann bis Nidri. Wir ankerten um 15h15 in der Bucht gegenüber der Stadt. Es ist eine sehr geschützte Bucht, aber voll mit Booten. Was tut sich dann erst in der Hauptreisezeit? Wir fuhren mit dem Beiboot in den Ort Nidri einkaufen. Sehr gute Möglichkeiten. Ist ja ein Touristenort mit vielen Hotels. Wir borgten uns wieder ein Moped aus und fuhren in den Hauptort Lefkas, den wir vom Wasser aus schon gesehen hatten. Kauften dort zwei Separfilter Original Volvo um S 760,- für unseren großen Dieselfilter. Haben dann die Insel über die Westküste umrundet. Im Landesinneren eine fruchtbare Ebene mit Wein-und Feldbau. Die Frauen tragen noch die schwarze oder braune Tracht. Wir sahen Ziegen-und Schafherden und Eseln für Transporte. Beim nahegelegenen Kirchlein war eine Wasserleitung, wo ich die Wäsche schwemmen konnte. Als wir die Bucht verlassen wollten, funktionierte die Motorkühlung nicht und wir ankerten wieder. Der Bolzen vom Ölkühler war abgerissen. Es war Samstag vor Mittag. Trotzdem bekam Gu in Nidri eine Niro Gewindestange und selbsthemmende Muttern M 8. So konnte er die benötigte Länge der Gewindestange abschneiden und baute alles wieder ein. Es funktionierte tadellos. Der nächste Tag war Muttertag. Es gab gutes Frühstück und ich bekam von Gu ein interessantes Buch. Dann lichteten wir um 9h den Anker und fuhren zur Insel Ithaka. Der Wind wurde ein bißchen stärker, sodaß wir die Fock refften. Wir waren um 13h15 in der Bucht Kioni. Um 14h30 aßen wir dann Schnitzel und tranken eine Flasche Sekt. Dann schliefen wir bis 17h. Danach fuhren wir mit dem Beiboot an Land. Ein sehr nettes Fischerdorf, noch sehr ruhig hier. Am nächsten Tag ging es weiter in den Hauptort Vathy. Wir ankerten zwischen einem kleinen Inserl und dem Festland. Nächsten Tag ruderten wir an Land und borgten uns ein Moped aus. Es war sehr stark, denn wir fuhren gut bergauf und bergab damit. Vom Glockenturm des Katharon Klosters hatten wir einen herrlichen Ausblick zu den anderen Inseln und bis zum Golf von Korinth. Weiter ging es nach Stavros, wo Polis-Hafen-Flotte gegen Troja in See gestochen ist. Dann ging es über Levkie und Agios Ioanis zurück. Dann fuhren wir eine Stichstraße zum Hafen Pisso Aetos. Wir dachten, laut Karte, daá wir weiterfahren könnten, doch wir mußten wieder umkehren. Wir fuhren dann einen steilen, steinigen Feldweg hinauf zur Nymphengrotte. Leider war sie nicht beleuchtet und wir hatten keine Taschenlampe mit. Gu filmte trotzdem ein bißchen. Dann fuhren wir noch in den Weinort Perahori und kosteten in einem Keller den Wein. Wir waren müde und durstig, und bezahlten für 2 Liter S 87,-. Am Boot bemwerkten wir erst, daß der Wein nicht zu trinken war. Wieder einmal eingefahren! Dafür schmeckten uns die gebratenen Lammschnitzel recht gut. Hier gibt es auch einen Ena-Markt, wie in Gouvia-Dorf auf Korfu. Wir verbrachten einige Tage mit bißchen Regen und kleinen Arbeiten. Wie in Klo und Bad noch Teppichreste und Doppelklebeband entfernen. Standgas einstellen. Einkaufen gehen und gut Essen und Trinken. Am 15.5. ging es um 6h40 wieder los. Konnten 3 Stunden nur segeln ohne Motor. Doch mußten wir dann die letzten 3 Stunden gegen den Wind zur Insel Zakynthos, ankämpfen. Wir waren um 16h50 in der Bucht Agios Nikolaos. Wir lagen gut, nur bietet sie bei Ostwind keinen guten Schutz. Fuhren nächsten Tag nordwärts und sahen uns die Grotten an. Gu fuhr mit dem Beiboot durch die Grotte und filmte. Ich segelte mit Fock wieder südwärts. Er hatte dann Mühe, mir nachzukommen. Wir machten dann in der Bucht Katastani Mittagsrast und waren um 16h40 im Hafen von Zakynthos-Stadt. Dies ist ein groáer Stadthafen, doch der Platz für die Jachten liegt in einem ruhigeren Eck. Wir mußten in der Nacht alles geschlossen haben, denn es gab Ratten. Sie kamen auf's Boot, machten eine Runde, schauten ob es was Freßbares gab und liefen wieder von Bord. Unsere Plane hatten wir ganz geschlossen und so liefen sie nur außen vorbei. Zum Glück hörten wir auf dem Antirutschbelag ihr Trippeln nicht. Mit geborgtem Moped holte Gu Diesel von der Stadttankstelle, denn hier an der Mole war der Diesel teurer. Um den Preisunterschied konnten wir das Moped zwei Tage lang ausborgen. Wir fuhren zum Kalamaki-Sandstrand wo die Wasserschildkröten ihre Eier in den Sand zum Brüten legen. Es ist natürlich eine Touristenattraktion und Green-Peace ist dagegen. Wir machten eine Inselrundfahrt. Im Inneren sahen wir viel blühende Macchia, Olivenbäume, Weinbau und Getreideanbau. Im Norden wurden Teppiche, Deckerln, Honig und Holzkram verkauft. Bei Fahrt über einen Feldweg, kam Gu zu Nahe an einen kleinen Strauch, wo aber ein Stein darunter war und ich mit dem Fuß hängen blieb und mir mein linkes Knie ausdrehte und verstauchte. Gegen Abend schmerzte es sehr und wir machten einen Umschlag und Ruhestellung. Gu hatte gegen früh starke Zahnschmerzen, wahrscheinlich hatte er beim Fahren den Mund zu weit offen. Hi!Hi! Er schluckte Penicillin und schmerzstillende Tabletten. Wir lernten Job, einen Holländer kennen. 70 jährig segelt er allein mit einem 6 m Boot. Seine Frau kam dann auf einen Monat auf Urlaub nach. Wir verlassen am 20.5.93 um 8h45 Zakynthos und segeln großteils Richtung Peloponnes. Um 15h40 legen wir an der Mole des Hafens von Katakolon an. Ein Hafenpolizist war gleich da und verlangte das Transitlog. Wir wollten uns ein Moped borgen, doch wir bekamen kein Ordentliches. Die Bremsen und das Fahrgestell waren nicht in Ordnung und der Rückspiegel war kaputt. Daher fuhr Gu mit dem Bus nach Pirgos und erführt die Abfahrtszeiten der Busse nach Olympia. Ich habe einstweilen die Wäsche gewaschen. Wasser hatte ich an der Mole. Nachmittag legt neben uns ein französischer Segler an. Der Mitsegler springt an Land und stürzt nach vorne und reißt sich die Achillessehne ab. Gleich war ein Wagen ins Spitel da und er wurde notdürftig verbandagiert und mußte danach nach Hause fliegen. Wir sind nächsten Tag zeitig aufgestanden zum Bus. Doch die Taxler wollten unbedingt ein Geschäft machen. So verhandelten wir und drückten auf den Preis, den wir am Vortag erfahren hatten. Wir einigten uns auf 8 000,- Drachmen, mit zwei Stunden Wartezeit bei Olympia. Der Franzose fuhr mit uns und so drittelten wir den Preis. Wir waren schon zeitig dort, vor den Ausflugsbussen und konnten in Ruhe ohne Touristen alles filmen und fotografieren. Im Museum hätte Gu für's Filmen extra bezahlen müssen. So filmte er kurz einen Aufseher und ließ ihn in die Kamera schauen. Das erfreute ihn und so konnte Gu doch ein bißchen filmen. Um 10 Uhr waren wir wieder zurück und kauften beim Fleischhauer frische Bratwürste für's Mittagessen. Nachmittag spazierten wir den Berg hinauf zum Leuchtturm. Den Abend haben wir mit zwei ge- bratenen Schopfbratenschnitzerl mit Semmelknödel und Salat beendet. Am Sonntag den 23.5. zogen wir den Anker hoch, doch er war unten verhängt. Mit Boot drehen und immer anziehen bekamen wir ihn dann frei. Teils segelten wir bei Windstärke 3, dann bei Flaute motorten wir und ankerten um 16h30 im Hafen von Kyparissia. Den Heckanker brachten wir auch aus, denn der hielt uns gegen die Wel- len, damit wir nicht schaukelten. Am nächsten Tag gingen wir in die Stadt hinauf, wechselten Geld, sogar ohne Provision. Kauften ein: Eine Scheibe Thunfisch (60 dag), Orangen, Paradeis, Brot... und 5 l Grassi. Um 11h05 verließen wir den Hafen. Auf der Fahrt habe ich den Thunfisch gebraten. Schmeckte uns sehr gut! Teilweise segelten wir. Die Insel Proti war nichts zum Ankern. In der Bucht zu tief und sonst Wellen. Wir fuhren in den Hafen von Marathopolis. Eine sehr enge Einfahrt mit Untiefen, welcher uns ein Fischer deutete. Drinnen nur 2 m Ankertiefe mit Ketten, Ankern und Steine am Grund. Nur für kleinere Boote. Gu fuhr mit Vollgas gegen die Strömung wieder hinaus. So fuhren wir weiter und waren um 18h40 im Hafen von Pylos. Da ankerten wir gleich vor dem Badestrand, wurden aber weggewiesen. So legten wir uns hinter die Mole in die Mitte der Einfahrt des Fischerhafens auf 3-4 m Ankertiefe. Wettermäßig war es eine ruhige Nacht, nur Touristenort mit Lärm und Betrieb. Am Dienstag lichteten wir um 7h45 den Anker und fuhren zum kleinen Inserl Cheloniki hinüber. Hier zu tief zum Ankern, 13 m, 30 m vom Ufer entfernt, vielleicht mit Heckleine ans Ufer. Die Hälfte der Strecke nach Methoni segeln wir und sind um 11h25 in der Bucht und ankern auf 3 m. Sandstrand! Klares Wasser! Der Ort viele kleine Hotels. Gute Einkaufsmöglichkeiten. Haben offenen Krassi weiß und rosä entdeckt. Die Festung besichtigen und filmen und fotografieren war Ehrensache. Habe frische Fisolen bekommen und zu Lammfleisch gekocht. Am Freitag den 28.5. lichteten wir um 6 h den Anker und segelten großteils mit Fock zum zweiten Finger des Peloponnes. Wir ankerten um 13h45 mit Bug- und Heckanker in der Bucht Limeni. Da kein Wind blies, war es eine ruhige Nacht. Wir fuhren nächsten Tag um 6h15 in die Bucht von Diros. Fuhren mit dem Beiboot an Land und besich- tigten die Tropfsteinhöhle. Mit kleinen Booten wird durchgerudert, eigentlich mehr gestangelt. Leider Filmverbot. Ich fotografierte fleißig. Das letzte Stück geht man zu Fuß zum Ausgang, da konnte Gu dann filmen. Um 9h20 fuhren wir dann weg, die Halbinsel Mani entlang. Vor dem Kap Tainaron hatten wir Westwind Stärke 3-4 und höhere Wellen. Wir dachten in Lee der Insel wird es ruhiger, doch dort war es dann ganz arg. Böen mit Stärke 7-8 und Gu reffte schnell das Fock. Ich saß vorne am Steuer und sah durch die Krängung fast nicht über's Boot. Wir sausten aber rasch mit 7 Knoten dahin. Endlich waren wir um 14h45 in der Bucht Kagio. Wobei wir die Einfahrt nur schwer ersehen konnten. Drinnen waren aber Fallbäen, Stärke 3-6, zu spüren. Der Wind blies die ganze Nacht, nur warf er keine Wellen auf. In der Früh beruhigte sich der Wind, blies ab 14h wieder. Am Abend war es dann windstill. Ich ging das erste Mal ins Meer baden und wusch gleich meine Haare. Gu hat den Tank 2 angeschaut, der Diesel ist trüb! Am Montag den 31.5.93 lichteten wir 7h50 den Anker Richtung Osten zum dritten Finger des Peloponnes. Mittags sehen wir weit entfernt einen Wal und Gu filmt ihn. Da Gu nicht näher hinfahren möchte, setzen wir unseren Kurs fort. Wir ankern um 13h40 in der Sandbucht Sarakiniko auf der Insel Elafonissi. Im Südteil guter Ankergrund, nördlich steinig. Herrliche Sanddünen an Land. Leider rollen Wellen von draußen ums Eck herein. Die Nächte waren unruhig, durch schaukeln und rollen. Wir fahren am Montag in den Hauptort Elafonissi einkaufen. Der Hafen hat schlechten Ankergrund, Steinplatten mit Vertiefungen. Mittags fängt Westwind an, Stärke 2-3. Wir fahren weg, dann wieder fast kein Wind. Am Kap Phrangos fürchterliche Kreuzwellen aus Westen. Doch die kurze Strecke schaffen wir gut. Wir liegen dann sicher in der Bucht Sarakiniko. Unser Fock ist ein bißchen eingerissen und so nähe ich einen Fleck darauf. Auf das Beiboot montieren wir ein starkes Seil als Schutzleiste. Am Samstag kamen dunkle Wolken, doch kein Gewitter, aber NW-Wind bis Stärke 7. Auf Anraten eines Ausflugskapitäns verlegen wir unser Boot nordwärts in die Bucht Levki. Trotz Westwind kommen Wellen herein und wir beschließen zurückzufahren. Man kann nicht jeden vertrauen! Ein Gewitter steht über Kithyra. Es ist schon finster und wellig und wir benützen das Radar und kommen gut in die Sandbucht. Wir konnten einmal ruhig schlafen, da Nordwind bläst, aber keine Wellen hereinrollen. Am 8.6.93 fahren wir weiter und sind um 13h in der Südbucht von Monemvassia. Unterwegs sehen wir einen Hai. Beim Ankermanöver stirbt der Motor ab. Der Ankergrund ist gut. Gu tauscht wieder den Separfilter Beim Fischerhafen holen wir Wasser und schwemmen dort gleich unsere Wäsche. Gu kauft 120 l Diesel ein. Endlich bekamen wir wieder frisches Brot. Beim Fleischhauer Lammkeule und offenen Grassi gekauft. Marillen und frische Fisolen bekommen. Wir besichtigen nächsten Tag zeitig in der Früh die Altstadt und Festung von Monemvassia. Sind um 10 Uhr wieder zurück und telefonieren mit zu Hause und mit Marinas wegen Liegeplätze. Und erfahren, daá im Sommer nichts frei sei. Auch die Preise bewegen sich zwischen 3 200,- und 5 500,- Schilling pro Monat. Wir fahren am Freitag den 11.6. teils mit Segel weiter Richtung Norden in die Bucht Kyparissi. Wir fahren nicht bis vor den Ort, sondern ankern seitlich in einer Bucht bei 14 m Tiefe. Ein guter Ankergrund, doch nur bei Schönwetter, sonst zu offen und den Wellen ausgesetzt. Samstag geht es um 7 Uhr los. Bei glatter See und keinem Wind, erreichen wir um 12h55 die Bucht Porto Heli. Hier lagen wir sehr ruhig. Sonntag war Vatertag. Es gab sehr gutes Frühstück Die Wäsche gaben wir in die Wäscherei. Sind bei "Frank" Wenzlaff gewesen und reservierten einen Liegeplatz. Leider nur am eigenen Anker, daher halber Preis, pro Monat 90,- DM. Telefonierten mit Walter wegen Flugticket und reservierten Karten für das Tragflächenboot nach Piräus. Nachts blies dann der WNW-Wind mit Stärke 4-8. Frank kontrollierte die Boote! Unser Anker hält gut. Nächsten Tag montierte Gu die Solar ab und wir legten unser Beiboot an Deck. Den Geber vom Kompaß und den Motor vom Autopilot baute Gu aus und wir nahmen sie zur Reparatur nach Hause. Am Freitag den 18.6.93 holte uns Frank nach 9 Uhr ab und fährte uns zur Schiffsstation. Das Tragflächenboot fuhr pünktlich um 11 Uhr weg. Hielt auf den Inseln Spetsas und Idra und war um 13 Uhr im Hafen von Piräus (Zea). Leider fuhr kein Autobus und so nahmen wir ein Taxi zum Flughafen. Das Flugzeug hatte Verspätung, da keine Flugerlaubnis über Serbien war. So flogen wir dann über Sofia - Budapest nach Wien. Ein herrlicher Flug. Wir erkannten das neue Donaukraftwerk in Ungarn, den Neusiedlersee, das Leithagebirge und die Wiener Bucht. Walter erwartete uns schon. Ich gab bei der Post noch Briefe von Frank auf. Gu wartete lange auf unser Gepäck. Dann führte uns Walter nach Hause. Michaela war schon mit dem Bus gefahren und kochte schon das Abendessen. Endlich wieder daheim nach 9 Monaten. Die Arbeit wartete schon auf uns. Wir waren am 15.September 1993 um 21 Uhr wieder an Bord der Moby Dick. Nächsten Tag montierten wir die Sonnenkollektoren und ließen das Beiboot ins Wasser. Ruderten an Land und bezahlten bei Frank den Liegeplatz und waren gleich einkaufen. Gu entdeckte gleich gegenüber unserem Boot einen Laden, wo er sich jeden Tag kühles Bier und Wasser holte. Pa ließ den Stromgenerator laufen um unsere Batterien zu laden. Er baute die neue Meerwasserentsalzungsanlage ein und auch den Geber vom Kompaß. Durch das lange Liegen, hat sich die Ankerkette stark eingedreht. Müssen auf weniger Wind warten. Haben einstweilen die Fock und das Großsegel angeschlagen. Am 22.9.war fast kein Wind. Wir hoben den Anker und drehten die Kette aus. Dann fuhren wir in eine Badebucht, wo reines Wasser war und nahmen die Entsalzungsanlage in Betrieb. Sie funkionierte! Das Wasser ist weich und der Kaffee schmeckte damit sehr gut.Wir fahren am Abend wieder zurück nach Porto Heli. Mit dem Beiboot ging es wieder an Land zum Einkauf und die Wäsche gaben wir in die Wäscherei. Wir fahren öfters untertags in die Badebucht und machen Wasser. Rudern an Land und gehen den Hügel hinauf und sehen auf die Insel Spetsas und in den Einfahrtskanal von Porto Heli. Eine Nacht blieben wir über Nacht in der Badebucht. Ich badete und wusch mir gleich die Haare im Meer. Danach brauste ich mit Süßwasser ab. Unser schwarzer Brausesack liegt in der Sonne und wird dann aufgehängt. In der Früh konnte ich nicht mehr schlafen und so versuchte ich um 6 Uhr zu fischen. Doch es biß keiner an. Es war so fad, dazusitzen und zu warten. Daher nahm ich das Chromputzmittel und putzte die Reelingstützen. Dann kochte ich um 7h30 Kaffee und es wurde gefrühstückt. Wir hatten im Tank noch 75 l schmutzigen Diesel, den wir durch den Filter herauspumpten und durch einen Zusatzfilter vom Forstinger ( S 140,-) durchpumpten. Dann füllte Gu die Tanks und die Reserve- kanister mit Diesel voll. Wir kauften noch Vorräte ein. Am 28.9.1993 lichteten wir schon um 1h25 den Anker. Der Mond schien hell bis 3h56. Wir sehen einen herrlichen Sonnenaufgang um 6h20. Der Wind war nicht stark und wir hatten seitlich unangenehme Wellen. Wir fuhren mit Motor und das Fock dazu. Nachmittag war fast kein Wind mehr. Gu sah zwei Delphine. In der Nähe der Insel Seriphos zeigte unser Kompaá falsch. Wir glaubten, es sei die erzhältige Insel oder wir hatten soviel Abtrifft. Um 17h45 warfen wir Anker in der Bucht Kontala auf der Westseite der Insel Seriphos. Uns schmeckten die vorgekochten Rindschnitzel mit Rahmsauce und Teigwaren und wir gingen nach 19 Uhr schlafen. Waren ja schon lange auf. Es war eine ruhige Nacht. Wir ruderten am Vormittag an Land und gingen die Straße entlang bis zur ersten Biegung. Danach war Baustelle: zwei Mann, 1 Cater-pillar, 1 Kompressor, viel Dynamit und Zündschnüre. Damit bauten sie die Straße weiter. Am Rückweg sammelte ein Mann Humus vom Straßenrand und füllte ihn in Säcke, welche er seinen zwei Eseln auflud. Wir erfuhren von ihm in italienisch, englisch und griechisch, daß er die gute Erde für seinen Gemüsegarten verwendet. Er war sehr freundlich. Dann sahen wir einen Mann in seinem Weingarten, riesengroße Trauben ernten. Die Stücke waren gar nicht so groß. Dann nahmen wir noch Sand vom Strand mit und ruderten wieder zum Boot. Nächsten Morgen sahen wir mehrere Schäfer und Schäferinnen mit ihren Ziegenherden sich der Bucht zu nähern. Sie warteten in Respektabständen zueinander. Dann kam ein vermutlicher Veterinär mit Helfer. Nahm von jeder Herde ein Tier und zapfte ihm Blut ab. Wir vermuten das es die Untersuchung wegen Malta-Fieber gewesen sei. Denn so viel Schafkäse, was es in Griechenland gibt, soviel Schafe hat das Land gar nicht. Wahrscheinlich nehmen sie Ziegenmilch dazu. Wir fuhren dann auf die Ostseite der Insel, in den Hauptort Leivadion. Es gab einen Bäcker, aber keinen Fleischhauer. Nur Mini-Market mitWurst aber alles teurer, für Touristen gerichtet. Die Nacht war wettermäßig ruhig, nur laute Discomusik bis Mitternacht.Nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus hinauf zur Chora. Die Kirchen waren leider geschlossen, doch wir hatten eine herrliche Aussicht und interessante Häuser zu sehen. Wir gingen dann zu Fuß den Treppenweg zurück in den Hafen hinunter und waren um 10h15 am Boot. Wir segelten um 10h45 los und waren um 15h20 in der Bucht Vathy auf der Insel Siphnos. Hier gab es einen geschlossenen Supermarkt und Stromaggregate von 4 Tavernen machten Lärm. Im Boot hörte man es nicht so laut. Wir gingen gar nicht an Land, sondern fuhren nächsten Tag (2.10.) um 9h30 weiter. Teilweise konnten wir segeln, doch nachmittags nahmen wir den Motor dazu und kamen um 16h55 auf der Insel Antiparos in der Bucht Despotikou, an. Wir ankerten in der Nähe einer Kapelle. Gegenüber war eine Taverne. Neue Straßen waren angelegt und teilten die Grundstücke, mit neuen Häusern, ein. Auch Stromleitungen waren vorhanden. Eine Ziegenherde mit 200 Tieren hörten wir am Bimmeln, bevor wir sie sahen. Eine sehr ruhige und geschützte Ankerbucht. Wir lichteten um 9h35 den Anker und wollten Richtung Osten. Doch die Götter schickten uns einen Ostwind. So änderten wir den Kurs und segelten Richtung Ios. Doch um 14 Uhr bekamen wir den Wind wieder auf die Nase. So mußten wir mit Motor gegenan. Wir waren um 17h20 in der Bucht von Ios. Am Hafen waren die Geschäfte halb leergekauft und die Preise waren hoch. Alles auf Gammlertourismus ausgerichtet. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus in die Chora hinauf. In einem Supermarkt kauften wir gefrorenes Fleisch und Gemüse. Die Auswahl war größer und billiger als im Hafen. Wir hatten eine unruhige Nacht, schaukelten und rollten, denn Wellen kamen herein und unser Heckanker stimmte mit dem Wind nicht überein. Daher verließen wir am 6.10. um 9h15 diesen unschönen Ort. Leider mit wenig Wind, nahmen aber das Fock zum Motor und fuhren Richtung Osten, wo wir schon einmal hinwollten. Mittags wollten wir auf der Insel Irakleia in einer Badebucht ankern. Es war ein schöner, verlaufender Sandstrand. Doch war Ankerverbot wegen mehrerer Stromkabel. So fuhren wir gegenüber auf die Insel Schinousa und waren um 14h10 in der Bucht Myrsini. Da die Bucht eng war, brachten wir einen Heckanker aus. Wir machten einen Spaziergang in die Stadt hinauf, 1 1/2 Std. lang. Sahen Kühe und zwei Schweine im Garten in der Erde wühlen und 70 Ziegen auf der Weide. Wir bekamen bei einem kleinen Kaufmann gekühltes Bier zu kaufen. Es war ein ruhiger Abend in dieser Bucht. Auch die Nacht war so. Am nächsten Tag Abfahrt um 9h20 Richtung Osten. Wenig Wind, daher mit Motor gefahren. Um 14h15 waren wir in der Bucht Katapola auf der Insel Amorgos. An der Mole war wenig Platz, aber wir liegen ohnedies lieber vor Anker. So lagen wir ein bißchen abseits vom Rummel und doch in der Stadt. Im Supermarkt bekamen wir gefrorene Spießchen. Auch Brot, Gemüse und Obst war in mehreren kleinen Supermärkten erhältlich. Nächsten Tag ( 8.10.) fuhren wir mit dem Bus in die Chora, welche man vom Hafen aus nicht sah und kauften eine 10 kgGasfasche mit Regler und 4 m Gasschlauch, sehr billig. Fuhren mit dem Bus wieder zurück, kauften noch Fleisch ein und fuhren um 14h30 in die Bucht Kolofana auf der SW-Spitze von Amorgos. Die Fahrt dauerte eineinhalb Stunden. Wir hatten NW-Wind und fuhren mit Fock, dann drehte der Wind auf NO und wir hatten blöde Wellen. In der Bucht lagen wir ruhig. Trotz Wind kamen keine Wellen herein. Wir blieben bis Montag. Gu stimmte die Funkantenne ab und ich wusch ein bißchen bunte Wäsche. Es lagen nur Fischerboote hier. Wir kauften hereinkommenden Fischern frische Fische ab. Wir hatten für zwei Mahlzeiten genug damit. Am 11.10. lichteten wir schon um 6h10 den Anker und fuhren süd-ostwärts. Es war windstill, doch mittags kam SW-Wind und wir liefen unter vollen Segeln dreieinhalb Stunden lang. Vor der Insel Astypalaia nahmen wir wieder den Motor dazu und waren um 16h30 in der Bucht Vathy. Gu ruderte in die einzige Taverne um kühles Bier. Der Preis war gleich, nur die Dose war kleiner. Es war windstill und so lagen wir ganz ruhig und schliefen auch sehr gut. Ausgerastet ging es nächsten Tag wieder weiter auf die Insel Nissyros. Wir waren nach über 9 Stunden Fahrt in der Bucht Mandraki. Sie hatte eine Mole und war nach Norden und Osten offen. Nur von Westen und Süden lag man geschützt. Wir lagen wieder abseits vor Anker, denn an der Mole legten Ausflugschiffe von Kos an. Im zehn Minuten entfernten Ort bekamen wir gefrorenes Fleisch, vormittags frisches Brot, schönes Gemüse und Obst ( etwas teurer). Ich habe Maria im Geschäft angerufen. Sie war überrascht, aber freute sich sehr. Wir borgten uns ein Moped aus und fuhren zum Vulkankrater. Gingen auch hinunter und fotografierten und filmten die Quellöcher mit Schwefeldampf. Natürlich gab es dort eine Taverne. Wir tranken jeder eine große Dose Bier und waren um fünfzig Schilling leichter. Wir fuhren dann noch am Rande der Talsenke entlang, aber die Straße blieb schlecht, so drehten wir wieder um und fuhren zurück. Am 14.10. holte Gu frisches Brot und wir liefen um 9h45 aus dem Hafen in südöstlicher Richtung zu der Insel Tilos. Um 14h20 waren wir in der Bucht Leivadia. Ein kleiner Ort mit Bäcker, Postamt (ohne Spesen Euroscheck eingelöst), zwei kleinen Supermärkten, viele Tavernen und kleine Hotels mit Duschgelegenheiten. Gu hat vom Sumlog den Geber herausgenommen. Das Rad gängig gefeilt und wieder montiert. Haben im Market einen Getränkekühler aus Plastik erstanden. Es war der Einzige und die Verkäuferin wußte gar nicht für was das Ding sei. Wir fuhren nächsten Tag um 11h30 weg und waren um 16h45 in der Bucht Panormitis auf der Insel Simi. Eine sehr geschützte Bucht, außer Fallwinde von dem 500 m hohem Berg. Hier befindet sich eine Klosterkirche mit angebeuten Fremdenzimmern, eine Kantine und ein Restaurant, wo man einfache Lebensmittel und Konserven, aber teurer, bekommt und einen Bäcker. Wir besichtigten am Samstag die Kirche. Und versuchten dann unser Beiboot achtern auf die Stützen aufzuh„ngen. Es klappte tadellos! Sind dann am Sonntag den 17.10. um 9h30 nach Rhodos gefahren. An- kunft 14h45. Der Hafen war voll von Schiffen, Fähren, Tragflächen- booten und Ausflugschiffen. Wir fuhren bis rückwärts in den Hafen und ich fragte einen Mann, ob hier bei den Fischerbooten Platz wäre. Nein, sagte er, aber auf der anderen Seite, bei den reservierten Plätzen, ist frei. Das Boot "Paradiso" kommt erst in acht Tagen zurück. Wir legten dort an, doch da kam ein Mann am Moped und wollte uns verjagen. Er hatte nämlich einen breiten Motorboot den Platz versprochen, gegen Trinkgeld natürlich. Wir sagten aber, nur der "Paradiso" machen wir Platz. Dann kam er mit einem von der Hafenpolizei. Welcher angeblich nicht englisch und nicht deutsch sprechen konnte. Gu sagte, daß er uns nicht aus dem Hafen jagen könne. Er müsse uns Tanken, Wasser nehmen und Einkaufen lassen. Da zeigte er uns einen noch freien Platz weiter vorne im Eck beim Quersteg und sagte, da können wir liegen bleiben. Dort legten wir unser Boot auch hin. Daher kam auch keiner mehr und verlangte die Papiere. Und wir zahlten auch keine Hafengebühr. Am Montag gingen wir durch die Altstadt von Rhodos, um in der süd- lich gelegenen Werft zu fragen wegen Kran und Liegegebühr. Wir sahen einen Mopedverleih. Da der Mann nicht da war, schauten wir uns um. Er winkte von weiter weg. Gu ging hin und sprach ihn in englisch an. Da lachte die Frau und sagte: Schon wieder so ein Wiener-Englisch. Sie war Kärntnerin und mit dem Griechen verheiratet. Sie hatten zwei Leder- Pelzgeschäfte und den Mopedverleih. Er sprach gut deutsch und wir plauderten über vieles. Er bot uns sogar seinen Allrad an, um damit einen Großeinkauf zu machen. Doch wir entdeckten dann in der Straße hinter der Post ein Kaufhaus mit Lebensmittelabteil mit mehr Auswahl und günstigere Preise als am Hafen. Nachmittag legten wir auf der Mole unsere Ankerkette aus. Und ich strich alle 5 m eine weiße Markierung. Damit wir beim Ankern wissen, wieviel Meter schon unten sind. Gu holte mit dem Fahrrad in Kanistern wieder Diesel und füllte die Tanks voll. Am Dienstag fuhr Gu mit dem Fahrrad Richtung Lindos, ca. 3 km und sah sich große Supermärkte an, waren aber auch nicht billiger. Gu kaufte sich eine Fischreusse und ich ein Reiberl für Nüsse und Brösel reiben. Dann besichtigten wir die Altstadt und Gu filmte auch und sahen den Portraitmalern zu. Von einer Malerin war Gu begeistert. Er wollte mich auch malen lassen. Doch ich war dagegen. Ein buntes Bild kostete 550,- Schilling. Am Freitag den 22.10. fuhren wir um 9 h los und waren um 15h20 in Lindos. Die Ankerbucht ist nach Osten offen und die Wellen kamen herein. Der Grund ist steinig. Wenn dann der Anker hält, dann hält er ewig. Wir warfen achtern unseren kleinen Faltanker, damit wir in der Richtung bleiben und nicht seitlich schaukeln. Es war eine unruhige Nacht. Nächsten Tag um 6 h wollten wir weg. Doch wir brachten den kleinen Anker nicht herauf. Gu ging ins Beiboot, welches wir erst runter lassen mußten und zog von der anderen Seite. Doch er wollte nicht herauf. So wollte Gu hinuntertauchen. Doch er schaffte die 6 m nicht. Das Wasser war zum Glück klar und er sah mit der Taucherbrille gut hinunter, denn heroben waren kleine Wellen. Er sah ihn liegen und mit List und einem Haken, holte er ihn herauf und ich mußte ziehen. Die Leine war unter einem Stein und die zogen wir dann so herauf. Vom großen Anker hatte sich nur die Kette um einen großen Stein gelegt, welche wir leicht frei bekamen. Endlich kamen wir dann nach 8 Uhr weg und fuhren Richtung Rhodos. Gu war seekrank und legte sich nieder. Mittags war er wieder o.k. Die Wellen von vorne waren nicht angenehm, obwohl der Wind nicht stark war. In den Hafen von Rhodos wollten wir nicht mehr hinein. So fuhren wir wieder nach Panormitis auf der Insel Simi. Es war dann schon finster, aber wir hatten das Radar und waren ja schon einmal hier. In der Bucht lagen ein paar Dauerlieger: Auf dem Segelboot "Salamander" Nikolaus und Adriana aus Südafrika-holländische Abstammung-33 Jahre alt mit Kater Aracat. Aus Hamburg auf dem Segelboot "Laertes" Udo-66 Jahre alt, mit seiner Frau Arjan 36 Jahre alt, aus Persien, deutsche Abstammung. Andere Boote kamen und fuhren bald wieder. Vormittag und Nachmittag kamen je zwei Ausflugschiffe von Rhodos mit Touristen, welche das Kloster besichtigten und nach einer Stunde wieder fuhren. Es war trotzdem sehr ruhig. Nur die Glocken bimmelten und der Gesang von "Papa" wurde über Lautsprecher nach außen übertragen. Wir besichtigten auch die Museen im Kloster und fotografierten und Gu filmte, obwohl nicht gestattet. Wo die Fischer, als Dank für die gute Heimkehr, Gaben spendeten. Wir entdecken neben der Kirche rückwärts den Bäcker. Auch einen Wasserhahn gibt es neben der Kirche. Die Reusse kommt mit altem Brot in Betrieb. Und siehe da, wir fangen Fische. Sie sind nicht groß - 15 cm lang - doch mit gutem Geschmack und mit mehreren haben wir auch genug. So essen wir dreimal in der Woche Fische. Leider hat mich dann der Ischias genervt. Und ich konnte nicht, wie ich wollte. Darum fuhren wir am Donnerstag den 4.11. mit dem Boot in die Stadt Simi. Sie liegt auf der NO-Seite der Insel. Wir brauchten drei Stunden. Ich konnte in der Bank mit Visa-Card Geld beheben und der Bankbeamte telefonierte mit dem Arzt. Ich konnte gleich kommen. Ich legte mich hin und er hob meine Beine und den Kopf, doch mir tat nichts mehr weh. Doch vorher konnte ich fast nicht gehen, solche Schmerzen hatte ich im Schenkel. Er verschrieb mir zweierlei Tabletten und eine Salbe. Wofür ich in der Apotheke 250,- Schilling und beim Arzt auch 250,- Schilling bezahlte. Wir kauften allerhand ein und kosteten gleich den Wein mit fri- scher Mortadella. Da er gut war, kaufte Gu noch welchen. Neben uns lag ein Engländer und hatte Angst, daß unser Heckanker nicht halte und wir auf ihn treiben, da der Wind zulegte und in den Hafen hereinstand. So fuhren wir um 14 Uhr wieder zurück. Der Wind war stärker geworden, 4-5 Beaufort und die Wellen waren unangenehm. Wir konnten dann das Segel dazunehmen. Wir hatten das Beiboot rückwärts angehängt. Aber durch die blöden Wellen von seitlich vorne, hat er uns das Beiboot mit Wasser angefüllt. Ich war am Steuer und Gu konnte das Boot mit Wasser nicht heben. So wollte er es schon losmachen und schwimmen lassen. Doch ich war dagegen, was machen wir denn ohne Beiboot? Wie kommt er ans Land um Brot und Wasser? Mit viel Kraft und Zorn zog er es dicht ans Schiff und damit vorne ein bißchen aus dem Wasser. So ging es halbwegs und wir fuhren doch damit an unser Ziel. Doch brauchten wir fast vier Stunden zurück und es war wieder finster geworden. Doch wir kannten jetzt schon alles und hatten das Radar. Denn die Entfernungen zum Land täuschen in der Nacht recht stark und das Radar zeigte uns die genaue Entfernung. Von Samstag den 6.11. bis Montag den 8.11.1993 wurde das Fest des Hl. Michael, dem die Kirche geweiht ist, gefeiert. Buden und Verkaufsstände wurden aufgestellt. Zimmer vermietet. Ein paar Fischerboote kamen und tausende Griechen mit Fährschiffen. Im Kloster unter den Arkaden lagen und saáen alte Leute und warteten auf das "Wunder von Panormitis". Heuer war es das schöne Wetter, welches die ganzen Tage anhielt. Und das sagte "Papa". Udo war nämlich bei ihm, um ihn zu fotografieren, bekam Wein und unterhielt sich mit ihm. Udo spricht griechisch, da er ein Geschichtsprofessor in Pension ist. Wir,auch Udo und Arjan, waren am 10.11. bei Nik und Adriana, zum Abendessen eingeladen. Es gab "Indisches"! Als Vorspeise Chumus, das ist Sesambutter (Tachini) mit passierten Kichererbsen, gewürzt mit Knoblauch, Salz, rotem Pfeffer und Zitrone. Dazu frischgebackenes Fladenbrot. Als Hauptspeise Reis, gemischt mit Hühnerfleisch, etwas Linsen, Erdäpfel und Gewürzen. Dazu Paradeissalat, Gurken, Zwetschkenmarmelade, Pefferonisauce. Als Nachspeise einen Schokokuchen mit Honig und Cognac. Adriana hatte im Ort Simi eine Computerarbeit. Auch am Boot arbeitete sie am Computer. Daher hatten sie dann über eine Woche ein Auto zur Verfügung, einen Citroen 600, ähnlich einem 2 CV. Sie nahmen uns am Montag mit nach Simi. Von wo wir Michaela vor der Arbeit telefonisch erreichten. Wir kauften wieder viel ein und luden die Zwei dann zur Jause bei uns ein. Es gab Mortadella und Blätterteigtascherl mit Topfenfülle vom Bäcker in Simi. Zum Nachtmahl waren wir dann alle bei Udo und Arjan am Boot. Es gab Zwiebelkuchen. Er war sehr gut, nur nicht ganz durchgebacken, da sie nur eine Backhaube besitzt und die Hitze nur von unten kommt. Ich lud sie dann alle am 16.11. zum Nachtmahl ein. Ich machte einen Rindsrollbraten mit Soße, Champignonreis, Kraut- und Paradeissalat mit Paprika, serviert mit Pfirsichhälften, gefüllt mit Ringlottenmarmelade, welche ich noch von meiner Schwester Hilde hatte. Zur Nachspeise gab es Obstsalat. Es schmeckte allen. Einmal spazierten wir zur Mülldeponie. Dort fanden wir zwei griechische Sesseln, wo die Bespannung kaputt war. Nik hatte schon welche geholt und hergerichtet. Auch einen Klappstuhl, welcher sehr schön wurde. Wir schauten wie sie geflochten waren und schnitten die restliche Bespannung ab. Erst im Winter werden wir sie restaurieren. Udo und Arjan fuhren nach Rhodos, wo sie den Winter verbringen. Sie wollen das Boot in die Werft stellen und auf ein paar Wochen nach Deutschland fliegen. Wir sind bei Nik und Adriana wieder zum Nachtmahl geladen. Es gibt Linsen und Bohnen und Fleischeintopf, recht scharf gewürzt mit Paradeissalat, Zwetschkenmarmelade, Rosinen, Erdnüsse und Chilipfefferoni. Zur Nachspeise wieder Schokokuchen mit Cognac. Nik und Adriana brachten das Auto nach Simi zurück und kamen zu Fuß dann retour. Es regnete an diesen Tag. Aber sie hatten so viele Erlebnisse. Zuerst sahen sie eine Windhose, von der Türkei kommend auf die Insel Simi zu und in einer Bucht nordwestlich verschwinden. Dann schüttete es so, daß das Wasser den Treppenweg wie ein Sturzbach in die Stadt hinunterschoß. Sie sagten, trotzdem sie naß wurden, war es ein schönes Erlebnis. Denn in ihrer Heimat, in Durban - Südafrika, regnete es schon 50 Jahre nicht mehr. Sie brachten uns Rindfleisch mit. So lud ich sie am nächsten Abend auf Rindsgulasch mit Nockerl ein. Das schmeckte ihnen! Sie fuhren dann am 26.11. nach Rhodos ausklarieren und weiter in einem durch nach Zypern. Sie haben dort noch verschiedene Sachen deponiert. Auch dürfen sie sich nicht überall lange aufhalten. Zum Beispiel in der Türkei nur drei Wochen. Im Frühjahr kommen sie nach Simi - Ort zurück in die Werft, wo sie ihr Holzboot herausheben und das Unterschiff streichen wollen. Wir dachten, jetzt sind wir alleine und uns gehört die Bucht. Aber Schnecken! Nachmittag kam wieder ein deutscher Segler. Am Samstag gingen wir um Föhrenzweige und machten uns einen Adventkranz den wir auf einen Deckel legten. In die Mitte gaben wir ein paar Sträucherzweige mit roten Beeren. Aus der Kirche holte Gu vier Opferkerzen, welche wir in den Kranz steckten. Also hatten wir am ersten Adventsonntag schon unsere erste Kerze zum Anzünden. Sonntag Nachmittag rauberte eine Goldmakrele um unser Boot die kleinen Hornhechte. Gu und ich versuchten mit der Angel ihn zu fangen. Doch er schwamm dann zum anderen Boot hinüber. Rainer sah ihn, hatte einen Spieá und nagelte schnell einen Stiel darauf. Als er ihn wieder sah, stieá er zu und hatte ihn, warf ihn gleich in die Plicht seines Bootes. Seine Frau Gerti jammerte: So ein schöner Fisch. Er schillerte blau und gelb und war 80 cm lang. Dann wußten sie nicht, was sie mit so einem großen Fisch machen sollten. So kam er zu uns und bot uns die Hälfte an . Wir waren gleich dabei und Gu half ihn das Tier auszunehmen und in Scheiben zu schneiden. Es war ein köstliches Nachtmahl und am nächsten Tag machte ich mittags noch eine Fischsuppe. Später erfuhr ich , daß man aus Meeresfischinnereien keine Suppe essen soll. Zum Glück machte es uns nichts. Am Donnertag fuhren sie wieder in die Türkei. Dann lag noch ein Australier mit Frau, aus Sidny , beide über 65 Jahre alt, in der Bucht. Wir sind bei ihnen auf eine Jause eingeladen und unterhalten uns in englisch. Sie sind von Australien über's rote Meer, ins Mittelmeer gekommen. Wir wollten am Freitag den 3.12. in die Türkei fahren. Hatten aber starken Gegenwind und der Motor ging mit der Drehzahl manchmal in die Höhe. So drehten wir um. Nächsten Tag fragte der Bäcker, als Gu Brot holte, warum wir zurückgekommen sind. Gu sagte, der Motor stotterte. Gu hat wieder den Filter neu gegeben und jetzt ist wieder alles in Ordnung. Da sieht man, wie wir beobachtet werden. Es ist wahrscheinlich ihre einzige Abwechslung in dieser Bucht, außer den kurzen Besuch der Touristen aus Rhodos. Bei einem Spaziergang am Samstag sahen wir vier griechische Landschildkröten, welche auf der sonnigen Seite der Straáe waren. Am Sonntag fuhren wir dann ohne Wind und ohne Wellen nach Datca in der Türkei. Dort ist eine Einklarierungsbehörde. Aber am Sonntag sind Banken und Ämter geschlossen. Da Krampusabend war, machte ich einen Germteig, formte vier Krampusköpfe und vom restlichen Teig Krapferl und backte sie in Öl heraus. Das war unser Krampusfest! Am Montag (6.12.93) bekamen wir erst um 10 Uhr türkisches Geld mit Euroscheck. Dann konnten wir den Behördenweg antreten. Fast 800,- Schilling bezahlten wir für Schiff und unser Visum. Wir kauften gleich ein. In einem Supermarkt sahen wir die Waren und Preise an, da kam der Besitzer und brachte uns zwei Tee. Indem wir den Tee schlürften, kauften wir ein. Das ist die Türkei! Der Wind hatte zugelegt und die Wellen standen in die Bucht herein. Das Ablegen mit dem Beiboot mußte schnell geschehen, sonst hätten wir Wasser im Boot gehabt. Wir schafften es mit vorher Schuhe ausziehen. Dann verlegten wir unser Schiff weiter nach Süden, wo in der Bucht nicht so viel Wellen waren. Nächsten Tag (7.12.1993) verließen wir diese unsichere Bucht und fuhren weiter nach Bozburun. Wir hatten Glück und fanden einen leeren Platz, rückwärts im Hafen, wo keine Wellen hinkommen und auch die anderen Segler lagen. Nun waren wir im Reiche Allah`s!