Grundlagen des Hexenglaubens

Der Hexenglaube, wie er Grundlage der Hexenprozesse wurde, hat sich erst allmählich entwickelt. Er entstand durch eine Synthese aus vielen verschiedenen Vorstellungen. Diese sind beispielsweise:


1. Striga- Vorstellung:

Unter einer Striga versteht man eine Frau, die nachts umgeht, zumeist in Form einer Eule, in die sie sich mit Hilfe einer Salbe verwandelt. Die Striga kann in zwei Formen auftreten:
a. Ziel der "Unholden" ist es, Menschen das Blut auszusaugen.
b. Die "Holde" dagegen will zu ihrem Liebhaber oder auf ein Fest. Sie gilt als positive Figur, der man Essen und Trinken hinstellt, um sie gnädig zu stimmen.


2. Tierverwandlung:

Die Verwandlung eines Menschen in ein Tier ist für Männer und Frauen möglich. Sie geschieht durch Einreiben mit einer Salbe oder mit Hilfe eines Riemens aus dem Fell des entsprechenden Tieres, der um den Kopf oder den Arm getragen wird. Diese alte Vorstellung war schon in der Antike geläufig. Am bekanntesten ist die Wolfsverwandlung ("Werwolf").


3. Maleficium:

Kern dieser Vorstellung ist, daß Menschen mit Hilfe von Dämonen andere schädigen können. Dabei kann es sich z. B. um Giftmord (auch durch Fernwirkung) oder um Wettermacherei und dadurch bedingte Ernteschädigung handeln. Aus dem entstandenen Schaden resultierte ein Verlangen nach Strafe, sodaß Delikte aus dem Bereich des Maleficiums der weltlichen Gerichtsbarkeit unterstanden.


4. Geschlechtsverkehr mit Dämonen

Diese Vorstellung ist durch Überlagerung der alten Religionen durch das Christentum entstanden. Alte Götter wie Zeus mit seinen vielen menschlichen Geliebten wurden dämonisiert. Das heißt aber auch, daß ihnen eine gewisse Macht erhalten blieb. Man glaubte, daß Menschen mit diesen negativen Wesen nur in böser Absicht in Kontakt treten.
Bis ins 13. Jh. wurde dieses Delikt von den anderen getrennt gesehen, denn im Gegensatz zu ihnen beinhaltete es den Aspekt der Ketzerei.

DIE HEXE

 

"Liebe Nachbarn, mit Vergunst!
Eine Hex, durch Zauberkunst,
Kann sich in ein Tier verwandeln,
Um die Menschen zu mißhandeln.
Eure Katz ist meine Frau;
Ich erkenne sie genau
Am Geruch, am Glanz der Augen,
Spinnen, Schnurren, Pfötchensaugen..."
Der Nachbar und die Nachbarin,
Sie riefen: "Jürgen, nimm sie hin!"
Der Hofhund bellt: "Wau! wau!"
Die Katze schreit: "Miau!"

- Heinrich Heine (1797-1856)